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Wie Landwirte den Gülle-Einsatz reduzieren wollen

Nase zu und durch

Gütersloh (WB). Manchem stinkt’s: Die Landwirte bringen derzeit Dünger- und Gülle auf die Felder. Für den Geruch entschuldigen sich die Bauern und bitten die Bevölkerung um Verständnis.

Foto: Florian Pottkamp Foto: Florian Pottkamp

»Was der eine noch als frische Landluft toleriert, das ist dem anderen tierischer Gestank im wahrsten Sinne des Wortes«, weiß der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Gütersloh, Andreas Westermeyer. Die Landwirte im Kreis bitten die Anwohner um Verständnis für die Gerüche des organischen Düngers. Gülle und auch Gärsubstrat aus Biogasanlagen seien 100 Prozent Naturdünger und würden von den Pflanzen gebraucht. »Ohne diesen Mehrnährstoffdünger würde auf den Feldern wenig gedeihen«, erklärt der Vorsitzende.

Alle Nährstoffe, die die Pflanze zum Wachstum benötigt, seien enthalten. »Mit dem Ausbringen dieser natürlichen Düngemittel schließen wir Nährstoffkreisläufe«, erläutert der Vorsitzende. Damit werde dem Boden zurückgegeben, was ihm durch die Ernte der Pflanzen entzogen werde. »Diese Kreislaufwirtschaft hat sich seit Jahrhunderten bewährt«, unterstreicht Westermeyer.

Bei der Gülleausbringung müssen sich die Landwirte an strenge Gesetzesvorlagen halten, die regelmäßig kontrolliert werden und bei Missachtung mit empfindlichen Bußgeldern geahndet werden. »Mithilfe moderner Technik bringen wir die Gülle passgenau und nach Bedarf auf das Feld aus«, so Westermeyer. Immer mehr Landwirte setzten hier auf eine bodennahe Ausbringung. Diese Technik sei allerdings sehr teuer, weshalb sie noch nicht jeder habe. Oftmals werde die Gülle daher überbetrieblich von Lohnunternehmern, die über diese Technik verfügen, auf den Acker gebracht. Dies sei auch ein Grund dafür, dass die Güllefässer der Lohnunternehmer so groß sind. Der Dünger werde durch die bodennahe und verlustarme Ausbringung optimal und bodenschonend auf dem Feld verteilt und dadurch Geruchsbelästigung reduziert.

»Der fährt ja schon wieder mit dem Güllefass auf das Feld. Ist das nicht viel zu oft?« Dies hört der Vorsitzende öfters aus der Bevölkerung und antwortet darauf: »Wenn wir Bauern häufiger mit dem Güllefass auf den Acker fahren, bedeutet das nicht, dass wir mehr ausbringen.« Im Gegenteil: Heute sei es so, dass man die Güllemengen in kleinere Gaben aufteile. Dies habe einen großen Vorteil für die Pflanzen und das Wasser. »Wir bringen jeweils nur so viel an Gülle auf, wie die Pflanzen in der jeweiligen Wachstumsphase an Nährstoffen benötigen«, verdeutlicht Westermeyer. »Damit erreichen wir, dass sie möglichst alle von den Wurzeln aufgenommen werden und nicht in das Wasser gelangen.«

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