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Gütersloh: An drei Messpunkten liegt Konzentration im Grundwasser über Grenzwert

Nickel ist doch schon da

Gütersloh (WB). Das nickelbelastete Grundwasser hat Friedrichsdorf erreicht – zwei Jahre früher als von Gutachtern angenommen. In zwei Hausbrunnen und an einem Messpunkt werden die Grenzwerte überschritten.

Stephan Rechlin

Am Messpunkt Birkheide-Süd und in zwei Hausbrunnen haben Prüfer Nickelkonzentrationen im Grundwasser festgestellt, die über dem gesetzlichen Grenzwert liegen. Hausbrunnenbesitzern wird geraten, ihr Haus ans städtische Wassernetz anzuschließen. Foto: dpa

Nickel ist in so gut wie jedem Boden enthalten. Durch die 60 Jahre lang erlaubte Verrieselung von Abwässern auf einer Fläche von 90 Hektar in Bielefeld-Windelsbleiche ist das Grundwasser chemisch verändert worden und hat das im Boden vorhandene Nickel »mobilisiert«. Nickel ist aber auch giftig. Es kann Allergien auslösen. Das Einatmen anorganischer Nickelverbindungen kann zu Krebserkrankungen führen.

Aus den Ergebnissen langjähriger Messungen hat das Bielefelder Büro für Geohydrologie und Umweltinformationssysteme ein Grundwassermodell berechnet. Danach sei zu vermuten, dass bei einer Fließgeschwindigkeit von 150 Metern pro Jahr im Jahr 2020 die ersten Trinkwasserbrunnen in Friedrichsdorf Nickelwerte aufweisen könnten, die über gesetzlichen Grenzwerten liegen. Dieser Grenzwert liegt bei 20 millionstel Gramm pro Liter.

An drei Stellen über dem Grenzwert

An drei Stellen ist dieser Wert bei Messungen im Januar erreicht und sogar überschritten worden. Zum einen in einer Tiefe von 27 Metern am Messpunkt Birkheide-Süd. Zum anderen in zwei von insgesamt 30 getesteten Brunnen. Den Brunnenbesitzern wurde geraten, sich dringend einen Zentralwasseranschluss anzuschaffen.

Allerdings sind die Prüfer von den beiden Hausbrunnen-Ergebnissen auch irritiert. Während die Grenzwertüberschreitung am Messpunkt Birkheide mit den vor drei Jahren berechneten Prognosen übereinstimmt, fallen die Werte in den beiden Brunnen viel zu schlecht und viel zu früh aus.

Weitere Untersuchungen

Von den übrigen untersuchten Hausbrunnen blieben einer Vorlage an den Gütersloher Umweltausschuss zufolge neun unterhalb des Grenzwertes. In 19 Brunnen war gar kein Nickel nachweisbar. An den beiden besonders betroffenen Hausbrunnen wird darum jetzt noch geprüft, ob vielleicht auch andere Faktoren zu diesen Ergebnissen geführt haben könnten – eine erhöhte Nickelkonzentration im Boden etwa oder veraltete, minderwertige Armaturen.

In Friedrichsdorf gibt es 300 Trinkwasserbrunnen zur Hauswasserversorgung. Gut die Hälfte von ihnen liegt in Fließrichtung des belasteten Grundwassers. 21 Hausbrunnenbetreiber sind inzwischen zum Trinkwassernetz der Stadtwerke Gütersloh gewechselt oder haben einen Wechsel beantragt. 130 Besitzer werden jetzt noch einmal angeschrieben.

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