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Stadt und Kreis Gütersloh geben Richtlinien für Übernachtungsfeste in Kitas vor

Ohne Antrag keine Pyjama-Party

Gütersloh (WB). Ganz so einfach ist es mit der Übernachtungs-Party am Ende der Kindergartenzeit nicht mehr. Die Kitas müssen ihre Pyjamafeste ab 2019 beim städtischen Bauamt beantragen. »Sie brauchen eine Baugenehmigung«, erklärt die Sprecherin der Stadt, Susanne Zimmermann.

Elke Westerwalbesloh

Übernachtungsfest in der Kita: So kuschelig wird’s im nächsten Jahr nur noch mit bürokratischem Aufwand. Foto: dpa

Was sich nun erstmal kompliziert anhört, könnte für die Kindergärten doch mit wenig Aufwand zu erledigen sein. Denn die Stadt hat für diesen speziellen Anlass ein vereinfachtes Antragsverfahren entwickelt, berichtet Zimmermann weiter.

Den Stein ins Rollen brachte die Stadt Wuppertal. Sie fragte beim NRW-Bauministerium nach, ob eine Übernachtungsparty in der Kita genehmigungspflichtig sei. Da es so ist, sagten viele Kindergärten in NRW vorerst ihre Schlaffeste ab.

Jan Focken, Pressesprecher Kreis Gütersloh

Fakt ist, dass die Kitas nicht für nächtliches Schlafen ausgelegt sind. Das bestätigt auch Jan Focken, Pressesprecher Kreis Gütersloh. »Ein Übernachtungsfest stellt eine Nutzungsänderung dar«, weiß er. Im Jugendhilfeausschuss und im Gesundheitsausschuss hat sich der Kreis mit dem Thema beschäftigt und im Anschluss sämtliche Kitas im Kreis Gütersloh darüber informiert, wie so ein Antrag aussehen kann.

Brandschutzauflagen spielen dabei eine gewichtige Rolle. Hier müssen diverse Auflagen erfüllt sein. Beispielsweise dürfen ausgelegte Schlafsäcke die Rettungswege nicht blockieren, und die Feuerwehr muss in jedem Fall im Vorfeld darüber Bescheid wissen, wann welche Kita ein Schlaf- und Abenteuerfest zu nächtlicher Stunde veranstalten will.

Nutzung wird für ein Jahr beantragt

Inwieweit auch bauliche Anforderungen an den Brandschutz, verbunden mit möglicherweise erheblichen Investitionen in den Gebäuden, mit der Genehmigung einhergehen, bleibt noch offen.

Zumindest der Antrag für eine Kita-Pyjamaparty an sich steht. Für diesen brauchen die Kitas keine bauvorlageberechtigte Person, die Nutzung wird fürs Jahr beantragt, der Raum muss festgelegt werden mit Kopie des Grundrisses und der Rettungswegsituation.

Die Gruppengröße und die Altersspanne der Kinder muss bekannt sein, die Anzahl der Betreuer und der Veranstaltungen im Jahr. Auch die Ausstattung der Betreuer mit Notlichtern und das Vorhandensein von Rauchmeldern ist ab 2019 ein Muss.

Ausweichmöglichkeiten in Betracht ziehen

Die Städte Gütersloh, Rheda-Wiedenbrück, Rietberg, Schloß Holte-Stukenbrock und Verl haben eigene Bauämter, an die sich die heimischen Kitas wenden können. Für die anderen Kommunen im Kreis ist die Abteilung Bauen. Wohnen, Immissionen des Kreises Gütersloh zuständig.

So sind nun die Kitas an der Reihe. Sie können sich dem Mehraufwand stellen und weiterhin das so beliebte Abschluss-Übernachtungsfest mit Antrag stattfinden lassen oder aber auf dafür ausgelegte Räumlichkeiten ausweichen, wie ein Heuhotel mit Übernachtungsmöglichkeit etwa.

Zimmermann gibt jedoch Entwarnung für dieses Jahr: »Bis Anfang 2019 können die Schlaffeste in den Kitas ohne bürokratischen Aufwand weiterhin stattfinden«, versichert sie. Die Kitas müssen allerdings Mindeststandards beachten und die Feuerwehr informieren.

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