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Gütersloh

Pandemie belastet Stadthalle und Theater

Gütersloh (sib)

Angesichts der Pandemie ist es keine große Überraschung: Die Kulturräume, also Stadthalle und Theater, schließt das Geschäftsjahr 2020 mit einem Verlust von fast 4,5 Millionen Euro ab. Immerhin: Der Jahresfehlbetrag liegt unter dem kalkulierten Minus von 5,2 Millionen Euro.

Auch düstere Zeiten finden irgendwann ein Ende: Nachdem die Kulturräume ihr Geschäftsjahr 2020 mit einem erheblichen Minus abschließen, blickt die Tochter der Stadt jetzt auf die – dank sinkender Inzidenzzahlen – wieder anlaufende Veranstaltungsbranche. Foto:

Das liegt laut dem Bericht an einer „restriktiven Bewirtschaftung der Aufwendungen“ und darin, dass die Fassadensanierung der Stadthalle, die ursprünglich im vergangenen Jahr fertiggestellt werden sollte, noch läuft. Das Projekt wird mit 1,1 Millionen Euro vom Land gefördert.

Rat soll den Betriebsausschuss entlasten

Darüber haben die Kulturräume als Tochter der Stadt in einer Beschlussvorlage gestern die Mitglieder des Kulturausschusses informiert. Eigentlich geht es darum, das politische Gremium als zuständigen Betriebsausschuss für Theater und Stadthalle zu entlasten. Diese Aufgabe hat der Rat in seiner nächsten Sitzung am 1. Juli. 

Es lohnt sich aber, auch abseits davon, einen Blick in das Zahlenwerk zu werfen. Es zeigt auf, welche drastischen Auswirkungen die Pandemie auf einen Betrieb hat, der sich zu einem großen Teil über Kulturprojekte finanziert – und die im vergangenen Jahr fast alle abgesagt wurden. 

Ein Vergleich der Besucherzahlen lohnt sich nicht

Eine Auffälligkeit: Üblicherweise vergleichen die Kulturräume in ihrem Bericht die Besucherzahlen des aktuellen Jahres mit denen aus dem Vorjahr. Für 2020 ergibt das aus Sicht der Verantwortlichen keinen Sinn. „Wegen der weitgehenden Schließung der Häuser am 13. März 2020 bis zum Sommer aufgrund der Pandemie, der nur geringer erlaubten Zuschauerzahlen zwischen Sommer und 1. November sowie des weiteren Lockdowns ab dem 3. November haben diese Zahlen für 2020 keine Aussagekraft mehr“, heißt es in der Vorlage. 

Das größere finanzielle Minus hat im vergangenen Jahr der Betriebszweig Theater verursacht (rund 2,5 Millionen Euro). Aber auch die Stadthalle meldet einen deutlichen Verlust von knapp 1,9 Millionen Euro. Um diese Fehlbeträge auszugleichen, zapfen die Kulturräume unter anderem ihre Rücklagen an. 1,2 Millionen Euro daraus wenden sie auf, um den Verlust auszugleichen. Das Gros des Ausgleichs stammt allerdings aus dem städtischen Haushalt (3,2 Millionen Euro). 

Kleine Einsparungen in der Haustechnik

Die Stadt habe den Großteil dieses Betrags bereits im Lauf des vergangenen Jahres erstattet, heißt es in der Beschlussvorlage. Kleine Einsparungen gab es unter anderem in der Haustechnik – bedingt dadurch, dass sie angesichts ausfallender Veranstaltungen gar nicht erst genutzt werden musste.

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