1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Guetersloh
  6. >
  7. Patienten lebenslang behandelt

  8. >

Hausarzt Franz-Josef Flötotto (71) nach 37 Jahren im Ruhestand

Patienten lebenslang behandelt

Gütersloh (WB). Seine schwere Erkrankung hat jetzt dazu geführt, dass Dr. Franz-Josef Flötotto doch schon früher als geplant in den Ruhestand wechselt: „Wäre ich gesund geblieben, hätte ich noch weitergemacht“, sagt der 71-jährige Avenwedder Hausarzt an seinem letzten Arbeitstag.

Carsten Borgmeier

Seit 1982 hat Dr. Franz-Josef Flötotto Patienten in seiner Avenwedder Praxis behandelt. Am Freitag ist der 71-jährige Allgemeinmediziner in den Ruhestand gewechselt. Seine Nachfolgerinnen heißen Dr. Sonja Vogt und Dr. Sophie von Lippa. Foto: Carsten Borgmeier

Am Freitag war Schluss: Nach 37 Jahren als Allgemeinmediziner in dem Gütersloher Stadtteil verabschiedete sich das Avenwedder Urgestein von Beschäftigten, Patienten und von seinen Kollegen Dr. Wolfram Coesfeld und Dr. Melanie Kaiser, mit denen er die Praxisgemeinschaft an der Avenwedder Straße 50 führte.

Mit dem Fahrrad zu Hausbesuchen unterwegs

Im Gespräch mit dem Internisten und Sportmediziner wird schnell deutlich, dass ihm der Wechsel in den Ruhestand alles andere als leicht fällt: „Wie genau ich damit klarkommen werde, das weiß ich noch nicht“, meint Dr. Flötotto und dabei lächelt er etwas verlegen. Doch die inzwischen weitgehend auskurierte Lungen-Erkrankung habe an seinen Kräften gezerrt, so dass jetzt der Abschied von der Arbeit unausweichlich sei, berichtet der 71-Jährige.

Pro Tag habe er zwischen 50 und 70 Patienten behandelt, „einige kenne ich, seit sie Kinder waren“, blickt Dr. Flötotto auf seinen Praxis-Start 1982 im Neubau in Avenwedde zurück. Anders als heute hätten damals Hausbesuche noch einen Großteil des Alltags eines Allgemeinmediziners ausgemacht, erinnert sich der gebürtige Avenwedder.

„Vormittags hatte ich Sprechstunde in der Praxis, in der Mittagspause und oftmals auch noch abends setzte ich mich aufs fahrrad, um dann bei meinen Patienten vorbeizuschauen“, blickt Dr. Flötotto zurück.

Damals als Hausarzt medizinischer Generalist, würden bedingt vor allem durch den technischen Fortschritt inzwischen immer mehr Untersuchungen bei Fachärzten stattfinden: „Als ich anfing, gab es weit und breit den einzigen Computer-Tomografen (CT) nur in Osnbarück“, so der Mediziner, „wer damals einen Herzinfarkt überlebte, war mindestens sechs Monate aus dem Berufsleben raus. Heute werden solche Patienten nach einer Woche aus dem Krankenhaus nach Hause entlassen“, spricht der Avenwedder auf die deutlich besseren Diagnose- und Therapie-Möglichkeiten an.

Gleich zwei Nachfolgerinnen gefunden

Erfreut ist der Ruheständler darüber, dass gleich zwei Nachfolgerinnen seine Praxis fortführen und er somit mit dem allgemeinen Hausärzte-Mangel offenbar kein Problem zu haben scheint: Während sich Dr. Sophie von Lippa bereits an der Avenwedder Straße 50 einarbeitet, stößt am Donnerstag, 2. Januar, Dr. Sonja Vogt aus Bielefeld hinzu.

Dr. Franz-Josef Flötotto stammt übrigens aus der gleichnamigen Avenwedder Möbeldynastie, wuchs mit zehn Geschwistern auf. Ursprünglich hatte er Tierarzt werden wollen, studierte dann aber nach dem Abitur am Jesuitenkolleg in Büren (Kreis Paderborn) Humanmedizin an der Hochschule Hannover.

Der Avenwedder ist verheiratet, hat drei Kinder im Alter zwischen 37 und 45 Jahren sowie sechs Enkelkinder. Dr. Flötotto spielt überdies gern Klavier.

Startseite