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Gütersloh: Stadtbaurätin kennt Neubaupläne bereits und empfiehlt Bürgerantrag

Porta-Areal steht im Fokus

Gütersloh (WB). So wie ein Bürger ein paar tempodrosselnde Schwellen für seine Siedlungsstraße beantragt, so bittet die Porta-Gruppe um Prüfung einer millionenschweren Investition in ein neues Fitness-Center, ein neues Restaurant und ein Hotel auf einem Teil des riesigen Parkplatzes an der Holzstraße. Im Hauptausschuss wundert sich Hans-Peter Rosenthal (Grüne) über diesen Umgang mit dem Leuchtturmprojekt aus der Ära Maria Unger.

Stephan Rechlin

Auf dem Porta-Parkplatz an der Holzstraße gibt es für 1028 Fahrzeuge Abstellplätze. CDU-Ratsherr Reinhold Rossel fragte schon 2010, ob damit an Sonntagen freie Flächen für Lkws aus Osteuropa geschaffen werden sollten. Foto: Carsten Borgmeier

Stadtbaurätin Nina Herrling teilt daraufhin mit, dass Bauplanungs- und -ordnungsamtsleiterin Inga Linzel das Bauprojekt doch schon einmal gesehen und geprüft habe. Beides sei übrigens „konstruktiv“ verlaufen. Sowohl die Prüfung als auch die daraus folgende Empfehlung, das Vorhaben wie ein Bürger zu beantragen und nicht als eine von der Stadt unterstützte Vorlage dem Hauptausschuss vorzulegen. Die übrigen Dezernenten im Verwaltungsvorstand sind darüber nicht informiert worden. Bürgermeister Henning Schulz: „Die Dezernenten teilen dem Verwaltungsvorstand mit, was sie für wesentlich halten.“

Brisante Aspekte im Porta-Antrag

In den kommenden Wochen werden also die Mitglieder des Planungsausschusses die brisanten Aspekte des Porta-Antrages ansprechen und nicht die Stadtbaurätin. Auf die Konkurrenz-Situation des neuen Hotels haben Kulturdezernent Andreas Kimpel und Dehoga-Vorsitzender Andreas Kerkhoff bereits hingewiesen. Mit der Gastronomie ist die Pizzeria-Kette „L’Osteria“ gemeint, deren Einzug auf das Areal von Brüggershemke & Reinkemeier bereits verhindert wurde, weil der Planungsausschuss sie dort als zu gefährlich für die Innenstadt-Gastronomie einstuft. Würde dieses Risiko auf dem Porta-Areal geringer ausfallen?

Gegen ein neues Fitness-Center hat die Hagedorn-Gruppe nichts einzuwenden, obwohl sie gerade erst das „FitX“ auf dem Gleis-13-Areal eröffnen ließ – keine 500 Meter vom Porta-Parkplatz entfernt. Die „FitX“-Betreiber wurden noch nicht nach ihrer Meinung befragt.

Parkplätze von Nachbarfirmen

Apropos Gleis 13: Sowohl die Agentur für Arbeit als auch die dort angesiedelte Scanfabrik, Regio IT und Fachhochschule weisen einen großen Teil der Parkplätze, die sie für ihre Domizile vorhalten müssen, auf dem Porta-Parkplatz aus. Wie viele davon mit dem Neubau der neuen Gebäude wegfallen würden, ist noch nicht gezählt worden.

Schließlich steht das gesamte Porta-Areal seit der Eröffnung des Möbelmarktes im November 2011 unter intensiver Beobachtung. Die Industrie- und Handelskammer warnte vor verheerenden Auswirkungen der Randsortimente auf die Innenstadt und sah gut 300 Arbeitsplätze im Einzelhandel bedroht. Verkehrsplanerin Tanja Schrooten sagte einen Verkehrskollaps auf der Verler Straße voraus, die Gutachter Junker & Kruse empfahlen eine Verkaufsflächenreduzierung. Die Wirkungen des Porta-Marktes auf die Gütersloher Innenstadt sind bis heute nicht untersucht worden.

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