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Gießerei will den CDU-Bundestagsabgeordneten Ralph Brinkhaus sensibilisieren

Procast übt Kritik an Bürokratie

Gütersloh (WB). Ausgerüstet mit Ohrenstöpseln, Sicherheitshelm und Schutzweste hat sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Ralph Brinkhaus über den Produktionsablauf bei der Procast Guss informiert. Dabei machte der Gießerei-Geschäftsführer Sebastian Sieber den Politiker auf bürokratische Missstände aufmerksam, die dem Unternehmen an der Brockhäger Straße in Gütersloh die wirtschaftliche Planung nicht gerade leicht machen.

Wolfgang Wotke

Der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Ralph Brinkhaus (rechts) hat sich die Produktionsabläufe bei der Procast Guss vom Geschäftsführer Sebastian Sieber erläutern lassen. Dabei hat der heimische Politiker auch ein offenes Ohr für Probleme. Foto: Wolfgang Wotke

Die EEG-Umlage, die Datenschutzverordnung und das aktuelle Insolvenzrecht nannte Sieber als Beispiele. Nachdem Procast 2016 die Firma vom Harsewinkeler Landmaschinenhersteller Claas übernommen habe, sei man mit der Auftragslage sehr zufrieden, doch der bürokratische Aufwand sei einfach zu hoch.

Jan Hölscher, Procast-Leiter Betriebswirtschaft

»Besonders im Bereich der Energie, sprich Stromverbrauch, gibt es komplizierte Regelungen«, sagte auch Diplom-Kaufmann Jan Hölscher, Procast-Leiter Betriebswirtschaft. Die Gießerei habe einen enormen Energieverbrauch, der mit der EEG-Umlage die Gesamtkosten von bis zu acht Prozent jährlich belaste. Sieber: »Das lässt uns industriepolitisch wenig Spielraum. Und für die Fremdinstandhaltung müssen wir eine Million Euro im Jahr ausgeben.«

Das Unternehmen fordert ein Umdenken in Berlin. Man habe Ralph Brinkhaus eingeladen, um ihn dafür zu sensibilisieren und ihm die Probleme darzulegen. Schließlich, so Sieber, gehe es auch um die Zukunft von 160 Mitarbeitern am Standort Gütersloh.

Wegen geplantem Personalabbau hart kritisiert

»Ich habe die Anliegen erkannt und nehme sie gerne mit, um die Sorgen den Ministerien darzulegen. Vielleicht kann man etwas in dieser Richtung bewirken«, erklärte Brinkhaus, der sich stets ein Bild auch in mittelständischen Unternehmen macht und immer ein offenes Ohr hat. Man müsse das alles ernst nehmen, auch um wettbewerbsfähig zu bleiben. Brinkhaus: »Sonst kann es sein, dass einige Firmen Deutschland verlassen.«

Procast ist im vergangenen Jahr von der IG Metall Gütersloh-Oelde hart kritisiert worden, weil die Geschäftsführung einen Personalabbau und weitere finanzielle Einschnitte plane. Außerdem sei man aus der Fachgruppe Metall des Unternehmerverbandes Gütersloh ausgetreten. »Die Gespräche mit der Gewerkschaft laufen. Wir wünschen uns, dass die Strukturen verändert und neue Verbände geschaffen werden«, meinte Sieber.

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