1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Guetersloh
  6. >
  7. Projekt mit sozialer Verantwortung

  8. >

Gemeinde investiert 2,8 Millionen Euro in Wohnen für Behinderte und Benachteiligte

Projekt mit sozialer Verantwortung

Gütersloh (GG). Posaunenklänge, Bratwurst, Sonnenschein und eine große Besucherresonanz haben das Rohbaufest des neuen Wohnhauses Am Bachschemm 12 gekrönt. Da der Gebäudekomplex aufgrund der Flachdachbauweise keinen Dachstuhl hat, wurde kein Richt-, sondern eben ein Rohbaufest gefeiert, erklärte Pfarrer Christian Feuerbaum, stellvertretender Presbyteriumsvorsitzender und Vorsitzender des Bauausschusses Bachschemm der Evangelischen Kirchengemeinde.

Gemeinsam und selbstständig wohnen im Herzen von Gütersloh. Über das Projekt freuen sich (von links) Architekt Reinhard Michel, Elisabeth Grawe, Klaus Weiße-Reccius, Michael Bartsch (Haustechniker) und Pfarrer Christian Feuerbaum. Foto: Gabriele Grund

Das Projekt besteht aus 23 Wohneinheiten, darunter neun barrierefreie Appartements speziell für junge gehbehinderte Menschen. Insgesamt 2,8 Millionen Euro investiert die Kirchengemeinde.

Auf dem rund 2000 Quadratmeter großen Grundstück stand einst die Kindertagesstätte Am Bachschemm und zuletzt die Tagesstätte »Adventure Kids«. Da eine Sanierung des maroden Gebäudes nicht mehr in Frage kam, wurde nach dem Abriss im Mai 2017 der Weg frei für einen ganz besonderen Neubau, wie Pfarrer Feuerbaum betonte. Gemeinsam mit Mitgliedern des Vereins »Querschnitt – Gemeinsam selbstständig wohnen in Gütersloh« und dem Gütersloher Architekten Reinhard Michel, ebenfalls »Querschnitt«- Mitglied, wurde ein Vorzeige-Bauprojekt umgesetzt. Eine Besonderheit bilden nicht nur die Wohnungen, mit denen jungen gehbehinderten Menschen ein wichtiger Schritt zu Selbstständigkeit und Selbstbestimmtheit hin ermöglicht wird, auch sozial schwachen Familien und Senioren soll zukünftig bezahlbarer Wohnraum ermöglicht werden. Die Kirchengemeinde komme damit ihrer gesellschaftlichen und sozialen Verantwortung nach, so Pfarrer Feuerbaum.

Zusammen mit Klaus Weiße-Reccius vom Immobilienmanagement der Kirchengemeinde und Elisabeth Grawe als Vorsitzende des Vereines »Querschnitt« begrüßte er zahlreiche Nachbarn, aber auch zukünftige Bewohner. Gerade die zentrale Lage und die damit kurzen Wege in die Innenstadt seien für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte ideal, so Grawe. Mit der Fertigstellung des Hauses wird zum Jahresende gerechnet.

Damit nicht 45 Presbyter, rittlings auf einem Dachsparren sitzend, dreimal von Handwerkern um die neue Wohnanlage getragen werden müssen, habe man sich dazu entschieden, diese frühere Tradition des baulichen Halbzeitfestes durch Grillwurst und Getränke zu ersetzen, stellte Feuerbaum heraus.

Startseite