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Kreis Gütersloh: 7748 Bürger lehnen geplante Tönnies-Erweiterung ab

Protest erreicht den Kreis

Kreis Gütersloh (WB). Das Bündnis gegen die geplante Produktionsausweitung des Schlachtkonzerns Tönnies hat 7748 Protestunterschriften an den Kreis Gütersloh übergeben. Der Kreis ist die zuständige Prüfungsbehörde der geplanten Erweiterung.

Stephan Rechlin

Camila Cirlini (rechts) überreicht mit Almuth Wessel (Mitte) Unterschriften und Einwände an Dezernatsleiter Frank Scheffer. Foto: Stephan Rechlin

Im Foyer des Kreishauses nahm Frank Scheffer, Leiter des Dezernates Bauen und Umwelt, die bei Protestveranstaltungen in Gütersloh und Rheda-Wiedenbrück gesammelten Unterschriften entgegen. Gut 7000 dieser Unterschriften sind nach Auskunft von Bündnissprecherin Camila Cirlini online zustande gekommen. Scheffer kündigte ein öffentliches Anhörungsverfahren zu der geplanten Erweiterung am Mittwoch, 12. Juli, ab 10 Uhr im Rathaus Rheda-Wiedenbrück an. Der Kreis sei als Prüfbehörde rein sachlichen Kriterien verpflichtet und könne keine gesellschaftskritische Debatte über den Fleischkonsum in Deutschland und Europa führen: »Beim Erörterungstermin entscheiden Qualität und Stichhaltigkeit der eingereichten Einwände über deren Auswirkungen im Genehmigungsverfahren.«

Linke steuert politischen Flankenschutz bei

Von den gut zehn Bündnisvertretern gestern im Kreishaus gehörte nur eine Frau nicht den Linken an. Im Kreistag flankiert die Partei den Protest der Umwelt-, Tier- und Klimaschutzverbände mit politischen Aktionen. Am 3. Juli strebt die Gruppe der Linken im Kreistag eine Resolution gegen die geplante Schlachtung von 30 400 statt bisher 26 000 Schweinen (plus 17 Prozent) am Tag an. Darin wird vor allem vor höherem Wasserbedarf, vor intensiverem Lärm und Gestank gewarnt. Im Rheda-Wiedenbrücker Rat wurde diese Kritik inzwischen von den Grünen geteilt.

Klage vor dem OVG

Mit Hilfe der Tierschutzorganisation Peta versuchen die Linken darüber hinaus, die Ergebnisse der regelmäßigen Kontrollen des Kreisveterinäramtes im Tönnies-Konzern zu veröffentlichen.

Das Verwaltungsgericht Minden gab den Tierschützern recht; gegen das Urteil legte der Kreis jedoch eine Beschwerde gegen die Nichtzulassung einer Berufung ein. Über die ist vom Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster allerdings noch nicht entschieden worden.

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