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Gütersloh: Mehr Sicherheit auf Senner-, kein Tempo 30 auf Friedrichsdorfer Straße

Radfahrer erhalten Schutzstreifen

Gütersloh (WB). An der Senner Straße zwischen Friedrichsdorf und Bielefeld wird aller Voraussicht nach im kommenden Jahr ein Radweg gebaut, der so aber nicht genannt werden darf. Mit dem Tempo-30-Wunsch auf der Friedrichsdorfer Straße wird es dagegen schwierig.

Stephan Rechlin

Noch müssen Radfahrer in Friedrichsdorf auf der Fahrbahn oder auf den Bürgersteigen fahren, wenn sie auf der Senner Straße nach Bielefeld oder von dort zurückradeln wollen. Im kommenden Jahr will die Stadt ihnen einen Schutzstreifen bauen. Foto: Stephan Rechlin

Ob der Radweg gebaut wird oder nicht, hängt von der Landesförderung ab. Die Gesamtkosten für den Umbau der Senner Straße bezifferte Stadtbaurätin Nina Herrling im Planungsausschuss auf 345.000 Euro. Stimmt das Land der beantragten Förderung zu, bleibt für die Stadt noch ein Eigenanteil von knapp 140.000 Euro zu stemmen.

Die SPD hatte bereits 2017 angeregt, den Radweg bis zur Brackweder Straße zu verlängern. Allerdings gab es damals nicht genug Platz, um die gesetzlich erforderliche Radweg-Breite zu erreichen. Dadurch war eine Landesförderung ausgeschlossen.

Schutzstreifen statt Radweg

Das neue Zauberwort heißt »Schutzstreifen«. Zwischen dem Ende des aus der Bielefelder Windflöte kommenden Radwegs und dem Knoten Senner Straße/Brackweder Straße sollen jetzt auf beiden Straßenseiten 1,5o Meter breite Schutzstreifen angelegt werden. Für deren Ausweisung möchte die Stadt die Fahrbahn zwischen Südwestweg und Brackweder Straße um einen Meter aufweiten. Zwischen den geplanten Schutzstreifen bleibe eine 4,50 Meter breite Fahrbahn erhalten – die entspreche den Richtlinien.

Der vorhandene Radweg soll den Plänen zufolge bis zur Einmündung Schoppenheide weitergeführt werden. Anschließend ist eine Querungshilfe vorgesehen, um die aus Senne kommenden Radfahrer auf die andere, rechte Straßenseite zu lenken.

Darüber hinaus will die Stadt den Verkehr am Knoten an der Brackweder Straße künftig mit einer Ampel steuern. Dies erhöhe die Verkehrssicherheit an der stark befahrenen Einmündung zweier Landesstraßen. Außerdem reduzierten sich die Wartezeiten für die links einbiegenden Fahrzeuge aus der Senner Straße.

Kein Unfallschwerpunkt

Kein solches Zauberwort hat die Verwaltung für den SPD-Antrag auf Ausweisung einer Tempo-30-Zone auf der Friedrichsdorfer Straße parat. Die überörtliche Kreisstraße sei kein Unfallschwerpunkt, die Polizei lehne Tempo 30 dort ab. Ordnungsamtsleiter Thomas Habig: »Ich habe keine Idee, wie ich das trotzdem hinbekommen könnte.«

Genau diese Fantasie aber forderte Dr. Thomas Krümpelmann (SPD) von der Stadt ein: »Auf dem Südring ist es doch auch gelungen.« Auch dort sei Tempo 30 zunächst kategorisch ausgeschlossen worden.

Diesem Ansinnen aber trat Gerhard Feldhans (CDU) entgegen: »Die Straßenverkehrsordnung ist keine beliebige Auslegemasse.« Neben der Friedrichsdorfer Straße gebe es eine Fülle von Straßen in Avenwedde und Friedrichsdorf, an denen Bewohner Tempo 30 herbeisehnten: »Wenn wir uns an einer Stelle einfach über geltendes Recht hinwegsetzen, benachteiligen wir die Bürger an anderen Stellen.« Darum sollten andere Beruhigungsvarianten geprüft werden.

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