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Gütersloh: Ausschuss schafft keine Klarheit zur Kostenexplosion an Gesamtschule

Ratsmitglieder im Nebel

Gütersloh (WB). Im Immobilienausschuss am 12. Dezember sollen alle Daten und Fakten zur Kostenexplosion beim Gesamtschulbau auf den Tisch kommen. So lautete eine von allen Fraktionen an Stadtbaurätin Nina Herring adressierte Forderung.

Stephan Rechlin

Die Kostenexplosion im Um- und Neubau der dritten Gütersloher Gesamtschule bleibt vorerst ein Rätsel. Foto: Carsten Borgmeier

Doch auch nach diesem Ausschuss stehen die Ratsmitglieder weiter im Nebel. Die deswegen von den Grünen beantragte externe Projektsteuerungskraft hat den Dunst im Immobilienausschuss nur noch weiter verdichtet. Denn Stadtbaurätin Nina Herrling gibt bekannt, dass sie bereits einen Projektsteuerer engagiert habe, der sich derzeit in die Materie einarbeite. Er werde seine Ergebnisse dem neu gegründeten Arbeitskreis am 14. Januar vorstellen.

Die daraufhin von Norbert Morkes (BfGT), Matthias Trepper (SPD), Heiner Kollmeyer, Andreas Wulle (beide CDU) und Birgit Niemann-Hollatz (Grüne) gestellten Fragen zielen in dieselbe Richtung: Was ist das für ein Mann? Welche Aufgabe hat er? Was kostet sein Einsatz? Die von Manfred Reese (Linke) vermuteten 1,5 Prozent des 48,8 Millionen Euro hohen Investitionsvolumens würden bedeuten, dass die neue Steuerungskraft 732.000 Euro für eine Arbeit erhält, die eigentlich vom Fachbereich Hochbau zu leisten sei.

Ungeduld wächst

Fachbereichsleiterin Heike Schindler schreitet ein. Das sei kein Projektsteuerer im klassischen Sinne, sondern eher ein im Schul- und Gesamtschulbau versierter Experte, der von außen einen Blick auf das Bauprojekt werfe und wesentliche Kritikpunkte aufzeige. Auf die Frage Treppers, ob mit dieser Verpflichtung eines zusätzlichen Ingenieurs die Unterbesetzung im Fachbereich kompensiert werden solle, bleibt offen.

Darum wächst die Ungeduld. Auf Herrlings Einlassung, auch sie sei viel zu spät über den immensen Kostenanstieg informiert worden, reagiert Norbert Bohlmann (UWG) gereizt: „Warum haben Sie die Zahlen nicht angefordert? Der Umbau lief zu diesem Zeitpunkt doch schon zwei Jahre.“ Zum Arbeitskreistreffen am 14. Januar fordert Bohlmann eine komplette Aufstellung über den Stand realisierter und geplanter Bauabschnitte mit Zahlen, hinter denen ein Euro-Zeichen stehe. Norbert Morkes würde gerne wissen, warum die Außenanlagen um 500 Prozent teurer werden als geplant. Auf eine genaue Untersuchung jedes einzelnen Kostenblocks will Ischo Can nicht warten: „Das wollen wir endlich alles in einem Rutsch erfahren.“

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