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Gütersloh/Bielefeld

Riding Ranch: BUND hält Baugenehmigung für rechtswidrig

Gütersloh/Bielefeld

Auch eine Nachbesserung des Bauantrages für die Riding Ranch würden nichts daran ändern, dass das Projekt unzulässig sei, meint der BUND.

Von Carsten Borgmeier

Adalbert Niemeyer Lüllwitz ist Vorstand des Vereins BUND.

Auch die von der Gütersloher Unternehmerin Barbara Hagedorn jüngst angekündigten Nachbesserungen ihres Bauantrages für die Reitsportanlage in Bielefeld-Holtkamp würden nichts daran ändern, dass das Projekt dort grundsätzlich unzulässig sei. Das hat der Verein Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) jetzt mitgeteilt.

Neues Gutachten zur Wirtschaftlichkeit und neue Betriebsbeschreibung

Mit dem neuen Gutachten zur Wirtschaftlichkeit und einer neuen Betriebsbeschreibung beim Bauamt der Stadt Bielefeld möchte Hagedorn erreichen, dass sie ihre Riding Ranch weiterbauen darf. Denn das Verwaltungsgericht Minden hatte dies nach Klage durch den BUND vorerst gestoppt.

Das Bauamt teilte demnach mit, den Antrag prüfen zu wollen. Sofern mit den neuen Unterlagen Mängel behoben würden und auch die Landwirtschaftskammer keine Bedenken äußere, solle die vorliegende Baugenehmigung „modifiziert werden“. Das Verwaltungsgericht „würde dann davon informiert werden“. 

BUND: „Ein durchsichtiges Manöver“

Aus Sicht des Vereins BUND ist das Vorgehen Hagedorns ein „durchsichtiges Manöver, um über den zentralen Kritikpunkt des BUND hinwegzutäuschen: Nämlich, dass der Bau einer solchen Reitsportanlage im Landschaftsschutzgebiet grundsätzlich unzulässig ist“.

Mit dem Verzicht auf Rechtsmittel gegen den Baustopp-Beschluss des Verwaltungsgerichtes hätten die Stadt Bielefeld und Barbara Hagedorn die Entscheidung akzeptiert, nach der die Baugenehmigung wohl rechtswidrig sei. Mit dem Projekt würde, so das Gericht, kein sich selbst tragender landwirtschaftlicher Betrieb gegründet. Vielmehr handele es sich um eine Freizeit-Pferdesportanlage, ein mit den Einkünften der Eigentümerfamilie finanziertes Hobby. 

Bau einer solcher Anlagen sei in Landschaftsschutzgebieten eindeutig verboten

Und der Bau solcher Anlagen sei in Landschaftsschutzgebieten eindeutig verboten, schreibt der BUND. Das Gericht habe in seinem Beschluss nur diesen einen Aspekt, die fehlende Wirtschaftlichkeit, aus der sehr umfassenden Klagebegründung des BUND herausgegriffen. Weil das für die Feststellung der Rechtswidrigkeit genügt habe, seien andere Gründe nicht weiter herangezogen worden.

Aus Sicht des BUND sei es inakzeptabel, wenn jetzt die Stadt eine „modifizierte Baugenehmigung“ nur nach Korrektur der Bauunterlagen zu diesem einem Punkt in Aussicht stelle. „Vielmehr hat die Stadt die Sache vor dem Hintergrund der Klagebegründung umfassend neu zu bewerten“, fordert BUND-Vorstand Jürgen Birtsch. Spätestens im Hauptsacheverfahren kämen alle Fakten auf den Tisch.

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