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Gasthof an der Münsterstraße ist dicht: Wirtin Marianne Hanhart verkauft Inventar

Riesenansturm auf Waldhof-Souvenirs

Harsewinkel (WB). Im kürzlich an den Landmaschinenhersteller Claas verkauften Waldhof, ein ehemaliges Hotelrestaurant in der Münsterstraße in Harsewinkel, haben in den vergangenen Jahrzehnten eine Menge an außergewöhnlichen Veranstaltungen stattgefunden. Zum Abschluss der Waldhof-Ära gab es am Samstag einen großen Ausverkauf. Und dabei ging es nochmal richtig rund.

Gabriele Grund

Hunderte Schnäppchenjäger strömen in den Waldhof, um die längst ausgedienten Sachen zu bestaunen. Foto: Gabriele Grund

In langen Reihen standen die Besucher fast eine Stunde vor der offiziellen Eröffnung vor den schweren Kneipentüren an. Im Inneren des alt ehrwürdigen Bauernhof-Restaurants wuselten die mehr als 15 Familienmitglieder und Freunde von Wirtepaar Marianne und Heinz Hanhart aufgeregt umher, um letzte Abstimmungsgespräche rund um Verkauf, Warenausgabe und Bezahlvorgänge zu klären.

Marianne Hanhart

Mittendrin Waldhof-Chefin Marianne Hanhart, von weitem in ihrer rosa Warnweste erkennbar. »Ich habe die ganze Nacht vor lauter Aufregung nicht geschlafen«, erzählt sie aufgeregt, während sie, beim Blick aus dem Fenster, die lange Schlangen von Kaufinteressenten erblickt. »Das ist ja wie damals bei der ersten ›Bauer sucht Frau‹-Party. Da standen auch so viele Leute vor der Tür«. Der Ausverkauf ist nicht nur der krönende Abschluss einer bedeutenden Gastronomie-Ära, sondern auch das Ende einer monatelangen Bestandsaufnahme.

Professionelle Antiquitätenkäufer wollen massiven Kronleuchter

»Wir haben mehr als 1000 Sachen akribisch verzeichnet«, erzählt Marianne Hanhart, während hunderte Besucher an ihr vorbei strömen. Das große Halali auf die vielen Antiquitäten, Raritäten und den Trödel hat begonnen. Sammler, Antikexperten und Schnäppchenjäger stöbern zwischen Geschirr, Stühlen, Körben, Teppichen, Lampen, Bettzeug, Schallplatten und unzähligen Dekorationen. Während eine Besucherin eine alte Losmaschine für ihren Verein ergattert hat, haben es mehrere professionelle Antiquitätenkäufer auf die massiven Kronleuchter unter der Decke abgesehen. Hilde Brummer, Carolin Schmidt und Tanja Holtmann aus Warendorf können von den sorgfältig zusammen gelegten Tischdecken (»Das ist noch richtig gute Qualität«) nicht genug bekommen, Ulla Schreiber aus Versmold kauft Geschirr, Besteck und Töpfe. »Das kommt in unser Ferienhaus und den Wohnwagen. Und immer, wenn wir dann von den Tellern essen, denken wir an den Waldhof, wo wir so gerne waren und so viele schöne Feste gefeiert haben«. Für viel Wehmut ist allerdings keine Zeit, denn Ulla Schreiber hat an der Wand aufgehängte Teppiche entdeckt.

Hochstimmung bei den Schnäppchenjägern

Mittendrin im Gewusel ist auch Rainer Straube, Vorsitzender des Schützenverein Pavenstädt. Er hat Wein- und Sektgläser ergattert: »Die fehlten noch bei uns im Verein«. Wenige Meter weiter berät Marianne Hanhart mehrere Interessenten über die Vorzüge eines Gastro-Kaffeeautomat. »Der ist sogar rollbar. Ideal für Beerdigungen oder Hochzeiten«, preist sie die in die Jahre gekommene, aber voll funktionstüchtige Maschine an. Gleich nebenan schrauben Helfer für einen Käufer vorsichtig Lampen von den Wänden. Simona Wiebel aus Harsewinkel hat Spiele, ein Bild, eine Deko-Ente, Messer, Gabel und Minigolfschläger ergattert; Werner Hall aus Versmold hat sich mit einem großen Karton voller Gläser und Tischtücher zum Bezahlen angestellt. Es herrscht spürbare Hochstimmung bei den Schnäppchenjägern.

Einen besonderen Dank zollte Marianne Hanhart all jenen Familienmitgliedern, Freunden und Unterstützern, die sie in den vergangenen Monaten mit Engagement und Beistand begleitet haben.

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