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Gütersloh: Ende der Müllverbrennung ist Startschuss für einen Modellbetrieb gewesen

Rüdiger Klei entsorgt Abfälle auf neue Art

Gütersloh (WB). Die Zeit bei der Gesellschaft zur Entsorgung von Abfällen im Kreis Gütersloh (GEG) ist eigentlich zu spannend, um jetzt aufzuhören. Doch Geschäftsführer Rüdiger Klei (62) gerät die passive Phase der Altersteilzeit dazwischen.

Stephan Rechlin

Rüdiger Klei hat im Kreisumweltamt und an der Spitze der Gesellschaft zur Entsorgung von Abfällen im Kreis Gütersloh (GEG) eine äußerst spannende Dienstzeit erlebt. Foto: Stephan Rechlin

Langweilig ist dem studierten Bauingenieur seit seinem Berufseintritt beim Kreis Gütersloh 1987 nie geworden. Als Sachgebietsleiter der Abfallwirtschaft, anschließend als Leiter des Kreisumweltamtes erlebte er die Auseinandersetzungen um die Müllverbrennungsanlage (MVA) in Gütersloh an vorderster Front mit. Klei: »Mit mehr als 70.000 Eingaben gegen den Bau war es das politische Thema Nummer eins.«

Richtig spannend aber wurde es erst hinterher, nachdem die Neubaupläne geplatzt waren. Der Kreis gründete 2000 die GEG mit Klei auf der Geschäftsführerposition. Die wiederum baute gemeinsam mit der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Nachbarkreises Warendorf das Entsorgungszentrum in Ennigerloh auf. Aus dem politischen Fiasko um die MVA wurde ein ganz eigener Weg, ein Vorzeigeprojekt. Denn in Ennigerloh wird der Müll nicht einfach so wie in Bielefeld verbrannt, sondern zu Ersatzbrennstoffen aufbereitet, die in Zement- und Kraftwerken thermisch verwertet werden können. »Die wenigsten Bürger im Kreis Gütersloh dürften wissen, dass ihr Hausmüll bei uns landet,« sagt Klei.

Zukunft der Deponie

Die Entwicklung dieser Anlage wird Klei vom Ruhestand aus ebenso im Auge behalten wie die Zukunft der Hausmülldeponie in Halle-Künsebeck. In Rietberg-Westerwiehe seien die beiden abgedeckten Deponien mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet worden. In Halle-Künsebeck wird die größte, ehemalige Kreisdeponie in den kommenden Monaten endgültig abgedichtet. Klei: »Vom Kamm der Deponie aus hat man eine unglaubliche Weitsicht. Das möchten wir für die Bürger zugänglich machen. Wie genau, steht allerdings noch nicht fest.«

Kraftstoff aus Abfall

Mit großer Aufmerksamkeit werde Klei außerdem verfolgen, was aus der Kraftstoffgewinnungsanlage in Ennigerloh wird. Dieselkraftstoff aus angeliefertem Müll gewinnen – eine ganze Reihe von Investoren aus dem In- und Ausland hätten bereits ihr Interesse an dem Projekt signalisiert. Noch halte die Qualität des gewonnen Diesels nicht mit dem aus Raffinerien gefilterten Kraftstoff mit. Klei: »Die Anlage sollte unbedingt weiterentwickelt werden. Das Thema Energiegewinnung wird immer wichtiger.«

Im Kreisumweltausschuss würdigte Vorsitzender Klaus Dirks (CDU) die jahrzehntelange, kompetente Mitarbeit des Abfallexperten Rüdiger Klei.

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