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Gütersloh

Rudolf Herrmann erhält Verdienstmedaille

Gütersloh (gl/din) - Der frühere Eisenbahner und passionierte Stadthistoriker Rudolf Herrmann (90) soll mit der Verdienstmedaille der Stadt Gütersloh geehrt werden. Das hat der Stadtrat am Freitag einstimmig beschossen. Der Gütersloher wird damit für seinen ehrenamtlichen Einsatz im Dienst der Stadtgeschichte ausgezeichnet.

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Meist im Stadtarchiv anzutreffen: Rudolf Herrmann kennt sich aus eigenem Erleben und dank intensiver Recherche wie nur wenige in der Gütersloher Stadt- und Eisenbahngeschichte aus.

Herrmann, seit vielen Jahren ehrenamtlicher Mitarbeiter des Stadtarchivs, hat laut Würdigung nicht nur zahlreiche Materialsammlungen zu ganz unterschiedlichen Themen der Stadtgeschichte zusammengestellt und Fleißarbeit bei der organisatorischen Unterstützung des Stadtarchivars geleistet. Er hat auch seinen Anteil an viel beachteten Ausstellungen – so bei der Ausstellung „Bombenkrieg auf Gütersloh“ 1995 im Stadtmuseum oder bei der Ausstellung zur „Geschichte der Eisenbahn seit 1945“. Dabei war er nicht nur Forscher und Ideengeber, sondern ließ sich auch immer wieder als Gesprächspartner und für Führungen einbinden.

Zur Bahngeschichte und zur Geschichte des Bahnhofs hat Herrmann eine besondere Affinität. Wie kaum ein anderer kennt sich der pensionierte Eisenbahner in allen Entwicklungen und Details der Entwicklung aus, weiß aber ebenso spannend auch über die Ankunft der Queen 1965 am Gütersloher Bahnhof zu berichten. Als wertvoller Zeitzeuge hat er in der Vergangenheit außerdem so manches „Erzählcafé“ und andere Veranstaltungen zur Gütersloher Geschichte bereichert. Für die Kino-Reihe „Gütersloh Super 8“ der städtischen Öffentlichkeitsarbeit stellte er in der Vergangenheit ebenfalls Filmmaterial aus seinem privaten Bestand zur Verfügung.

Wer sich als Zeitungsredakteur im Stadtarchiv oder anderswo nach geschichtlichen Themen erkundigt, erhält nicht selten den Rat: „Fragen Sie doch mal Rudolf Herrmann.“ Er kann auch mit Erinnerungen dienen, etwa wie er als Kind im Zweiten Weltkrieg die Angriffe alliierter Bomber erlebte.

„Mit seinem Fleiß, seiner Gewissenhaftigkeit und seinen profunden Kenntnissen, vor allem aber mit seiner Begeisterung für die Themen, denen er sich seit über 30 Jahren kontinuierlich widmet, bereichert Rudolf Herrmann das kollektive Gedächtnis der Stadt Gütersloh“, heißt es in der Vorlage für den Rat. Ihm sei es zu verdanken, dass wichtige Aspekte der Stadtentwicklung und Stadtgeschichte aufgearbeitet werden konnten und nicht in Vergessenheit gerieten.

Zuletzt waren Volker Wilmking als Initiator und langjähriger Vorsitzender der Kulturgemeinschaft Dreiecksplatz (gestorben 2019) Franz Kiesl, Gründer und Vorsitzender des Forums Russische Kultur, sowie Wilfried Limper, Lehrer der Anne-Frank-Gesamtschule, mit der Verdienstmedaille ausgezeichnet worden.

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