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Gütersloh: Stadt möchte lieber abreißen und neu bauen – doch Highstreet schweigt

Sanierungsstau im Karstadt-Parkhaus

Gütersloh (WB). Das Karstadt-Parkhaus am Berliner Platz ist durch. Nach 37 Jahren Dauernutzung weist die städtische Hälfte des Gebäudes Schäden in tragenden Stahlbetonteilen auf. Dehnungsfugen, Bodenbeschichtungen, Abdichtungen, Versiegelungen, Entwässerung, Beleuchtung, Hydranten, Niederspannungsverteilung, Parkabfertigungseinrichtungen – alles müsste erneuert werden. Abriss und Neubau wären günstiger als eine Sanierung, stellt die Stadt fest.

Stephan Rechlin

Die Sanierung des städtischen Teils des Karstadt-Parkhauses lohnt sich nicht mehr. Abriss und Neubau wären günstiger. Foto: Stephan Rechlin

Doch wie das Wort »Hälfte« schon andeutet, ist das Leben wieder einmal komplizierter als die Suche nach einem freien Stellplatz. Die zweite Hälfte an dem Gebäude gehört dem Immobilien-Konsortium Highstreet B Portfolio GbR mit Stammsitz in Amsterdam. Auf einen Kaffee muss dort niemand erst hinfahren, wenn schon simple Presseanfragen zum Gütersloher Parkhaus unbeantwortet bleiben. An die Gütersloher Parkhaus-Hälfte gelangte Higstreet B 2006 durch den Verkauf der Karstadt-Immobilien an das Bankhaus Goldman Sachs – Highstreet wurde extra zur Verwaltung der Arcandor/Karstadt-Immobilien gegründet. Die Stadt bot Highstreet 2013 und 2017 den Kauf des städtischen Parkhausanteiles an – vergeblich, es kam zu keiner Einigung. Jetzt ist es anders herum: Die Stadt möchte gern den Highstreet-Anteil am Parkhaus erwerben, um es abreißen und neu bauen zu können. Doch auf das Angebot vom Jahresanfang ist bis heute keine Antwort eingetroffen.

Immerhin hat Highstreet die eigene Hälfte – sie wurde 1965 gebaut – vor elf Jahren für zwei Millionen Euro sanieren lassen. In der städtischen Hälfte ist seit dem Neubau 1982 dagegen nichts weiter passiert. Gut, die Stadt könnte jetzt ebenso wie Higstreet den eigenen Teil ebenfalls für viel Geld sanieren. Doch davon rät Tiefbauamtsleiter Alfons Buske ab: »Auch nach einer Sanierung bliebe es letztlich ein altes Parkhaus mit viel zu schmalen Stellplätzen, niedrigen Decken, engen Auffahrten und düsteren Parkdecks.« Also wartet die Stadt fortan auf ein Signal aus Amsterdam. Solange ruht die Sanierung.

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