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Großaufgebot der Bundespolizei durchsuchte 29 Objekte in Deutschland

Schlag gegen Schleuserbanden: Durchsuchung in Gütersloh

Gütersloh (WB). Am Donnerstagmorgen haben Beamte der Bundespolizei ein Haus in Gütersloh durchsucht. Hintergrund sind Ermittlungen gegen libanesische Schleuserbanden.

Florian Weyand

28 Objekte hat die Bundespolizei am Donnerstagmorgen in Deutschland durchsucht. Foto: Bundespolizei

Christian Altenhofen, Sprecher der Bundespolizei in Koblenz, bestätigt auf Nachfrage dieser Zeitung die Ermittlungen in Gütersloh. Bei der Razzia, die um 6 Uhr begonnen hat, habe man nach Beweismitteln gesucht. »In Gütersloh wurde aber niemand festgenommen«, sagt Altenhofen. Wo genau die Durchsuchung stattfand, teilte der Pressesprecher nicht mit.

Ermittlungen richten sich gegen libanesischen Familienclan

Die vorangegangenen Ermittlungen unter Leitung der Staatsanwaltschaft Trier richteten sich hauptsächlich gegen einen libanesischen Familienclan. Ihm werden illegale Schleusungen vorgeworfen, deren Charakteristik der organisierten Clankriminalität zuzuordnen ist.

Die Objekte befinden sich in den Bundesländern Rheinland-Pfalz (16), Nordrhein-Westfalen (10), Berlin (2) und Saarland (1). Der Schwerpunkt des Einsatzes soll sich in Bitburg gefunden haben. Dort soll der Hauptverdächtige, ein libanesischer Familienvater, gewohnt haben.

Spezialeinheit GSG 9 im Einsatz

Wegen einer erhöhten Gefährdung wurden bei der Vollstreckung der Haftbefehle auch Spezialkräfte der GSG 9 der Bundespolizei eingesetzt. Die Grenzschutzgruppe wird immer eingesetzt, wenn mit einer erhöhten Gefährdung zu rechnen ist – etwa bei bewaffnetem Widerstand.

Vorausgegangen waren Ermittlungen wegen Visafälschungen mit denen die Täter in der Folge Schleusungen arbeitsteilig nach Deutschland organisierten. Laut BILD-Zeitung soll die Staatsanwaltschaft Trier seit Monaten ermittelt haben.

Weitere Hinweise auf andere Straftaten

Im Rahmen der Ermittlungen wurden auch Hinweise auf mögliche weitere Straftaten gewonnen, insbesondere im Bereich der Eigentumskriminalität. So sollen die Ermittler neben Bargled (mehr als 100.000 Euro) auch geringe Mengen an Drogen gefunden haben. Ermittelt wird in einem Fall auch wegen des Verdachts der Bestechung.

Für die Schleusungen wurden in 26 Fällen unterschiedliche Flugrouten aus dem Libanon heraus genutzt. In Zusammenarbeit mit den Verbindungsbeamten der Bundespolizei in Beirut, Moskau, Kairo und Teheran konnten davon bisher zehn Schleusungen unterbunden werden.

Rohmann: »Diese Form höhlt den Rechts- und Sozialstaat aus«

Da der Familienclan Garantieschleusungen anbot, versuchten die Täter weiterhin, die gescheiterten Schleusungen durchzuführen. Der Präsident des Bundespolizeipräsidiums, Dr. Dieter Romann, sagte: »Diese Form der organisierten Clankriminalität höhlt den Rechts- und Sozialstaat aus, aber diese Gruppe ab heute nicht mehr.«

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