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Auf www.testen-in-nrw.de können Bürger einfach Termine bekommen – Zahlen steigen „explosionsartig“

Schnelltests in Apotheken jetzt online buchbar

Gütersloh (WB)

Unkompliziert einen Termin vereinbaren und sich in der Nähe testen lassen: Dieses Angebot machen jetzt die Apotheken in Westfalen-Lippe mit der Internetseite www.testen-in-nrw.de. Auf dem Portal sind gut 300 Apotheken und Testzentren registriert, die den Schnelltest-Service (ein Test gratis pro Woche pro Person) leisten.

Andreas Schnadwinkel

Auf der Internetseite www.testen-in-nrw.de zeigt eine Karte, welche Apotheken Corona-Schnelltests spontan anbieten Foto: AVWL

„Wir wollen die Bürgertestungen nach Kräften unterstützen“, sagt Apotheker Dr. Klaus Michels aus Salzkotten im Kreis Paderborn, Vorstandsvorsitzender des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe.

Unkompliziert einen Termin vereinbaren und sich in der Nähe testen lassen: Dieses Angebot machen jetzt die Apotheken in Westfalen-Lippe mit der Internetseite www.impfen-in-nrw.de. Auf dem Portal sind gut 300 Apotheken und Testzentren registriert, die den Schnelltest-Service (ein Test gratis pro Woche pro Person) leisten. „Wir wollen die Bürgertestungen nach Kräften unterstützen“, sagt Apotheker Dr. Klaus Michels aus Salzkotten im Kreis Paderborn, Vorstandsvorsitzender des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe.

Auf www.testen-in-nrw.de können Bürger die Adresse oder die Postleitzahl ihres Standortes eingeben sowie einen passenden Zeitraum. Die Suchmaske zeigt ihnen dann Apotheken und Termine in der Nähe an. Mit wenigen Klicks können die Kunden Termine buchen – für sich allein oder die Familie. Nach dem Test müssen die Personen nicht in oder an der Apotheke auf das Ergebnis warten, das bekommen sie etwa 15 Minuten später digital übermittelt. Sollte es positiv sein, müssen sie sich in Quarantäne begeben und einen PCR-Test machen.

„Keine App, keine Regis­trierung, keine Warteschlangen vor und nach dem Termin, kein zusätzliches Infektionsrisiko“, erklärt Christian Popien von Vertical-Life aus Brixen in Südtirol den Ansatz der Software No-Q. Die englische Abkürzung steht für „No queuing“ (keine Warteschlangen).

Wie kommen westfälische Apotheker mit norditalienischen Software-Entwicklern in Kontakt? Das liegt an Dr. Olaf Elsner aus Gütersloh. Als die Mitarbeiterinnen des Apothekers Ende des Jahres aus Sorge vor möglichen An­steckungen Bedenken hatten, in den Geschäftsräumen Corona-Tests zu machen, begann Elsner zu recherchieren und stieß auf eine Apotheke in Brixen, die zu dem Zeitpunkt schon mit No-Q arbeitete.

450 teilnehmende Apotheken in NRW

„Eigentlich machen wir Software für die Kletterszene. Als uns die Kommune Brixen gefragt hat, ob wir das Testen digital koordinieren können, haben wir eine Lösung gefunden. So wurden von Freitag bis Sonntag 20.000 Personen getestet – ohne Warteschlangen“, sagt Popien und denkt weiter: „Mit dem Portal der Apotheken können fortan alle, die zum Beispiel auf dem Weg zum Flughafen oder Konzert sind, einen Test machen.“

In diese Richtung denkt auch Michels: „Wir erwarten, dass Öffnungen bald mit negativen Tests verbunden werden. Das wird die Zahl der Tests natürlich erheblich ansteigen lassen.“

In den NRW-weit 450 teilnehmenden Apotheken und Impfzentren des Portals waren gestern 17.500 Personen angemeldet, heute sind 21.000. Wegen der kostenfreien Bürgertestung und der einfachen Terminierung erwarte man einen „explosionsartigen“ Anstieg der Zahlen.

Dass nicht alle der 1800 Apotheken im Bezirk Westfalen-Lippe mitmachen, hat Gründe. „Die Abstriche können nicht während des normalen Betriebs nebenbei gemacht werden, wir brauchen dafür zusätzliches Personal aus medizinischen oder medizinähnlichen Berufen und außerdem Leute für die Software“, sagt Elsner. Außerdem hätten nicht alle Apotheken die räumlichen Voraussetzungen. Darüber hinaus gibt es weitere Apotheken und Testzentren, die diese Plattform nicht nutzen, aber ebenfalls Testungen anbieten und auch online zugänglich machen.

Mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) rechnen die Apotheken die Tests ab. Für die Dienstleistung sind zwölf Euro veranschlagt plus derzeit noch neun Euro pro Test, der vom 1. April an sechs Euro kosten soll, macht also dann 18 Euro Gesamtkosten pro Test. Zuletzt waren die Apotheker für die hohen Zuwendungen des Bundesgesundheitsministeriums für die Ausgabe der FFP2-Masken in die Kritik geraten. Anlass dazu sieht Michels hier nicht: „Die Summe deckt die Kosten, lässt aber keine großartigen Gewinne zu.“

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