1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Guetersloh
  6. >
  7. Schulz rückt auf Distanz zu Herrling

  8. >

Gütersloh: Stadtbaurätin sei für unzureichende Kommunikation verantwortlich

Schulz rückt auf Distanz zu Herrling

Gütersloh (WB). Bürgermeister Henning Schulz weist Stadtbaurätin Nina Herrling die Verantwortung für eine fehlgeschlagene Kommunikation beim Bau der dritten Gesamtschule zu. Weder Verwaltungsvorstand noch die Ratsfraktionen seien rechtzeitig über die immensen Kostensteigerungen informiert worden.

Stephan Rechlin

Zum Amtsantritt von Stadtbaurätin Nina Herrling hat die fachliche Kommunikation mit dem Bürgermeister noch gestimmt. Foto: Wolfgang Wotke

In einer Pressemitteilung moniert Henning Schulz das Versäumnis von Herrling, weitere Entwicklungen intern und in die Politik hinein kontinuierlich und rechtzeitig zu kommunizieren. Schulz: »Auch der Verwaltungsvorstand ist erst Ende Oktober über die Höhe der Kostensteigerung ins Bild gesetzt worden. Eine frühere Information hätte sich auch in der Haushaltseinbringung niedergeschlagen.«

Entscheidend sei, so Schulz, »dass der Weg von der ersten Zahl in der Entwicklung einer wie in diesem Fall über fünf, sechs Jahre laufenden Baumaßnahme mit einer kontinuierlichen, vertrauensvollen Kommunikation zwischen Politik, Öffentlichkeit und Verwaltung begleitet werden muss.« Genau hier sehe er das größte Defizit bei der Kommunikation auf der fachlich verantwortlichen Ebene. Mit Blick auf die Information der Politik habe er die Stadtbaurätin gebeten, schnellstmöglich den Begleitarbeitskreis einzurichten, der bereits im April 2018 in einer Ausschuss-Sitzung angekündigt worden aber offenbar nicht installiert worden sei. Schulz: »In den letzten eineinhalb Jahren ist auf der fachlichen Ebene verpasst worden, die Dinge, die sich in der Zeit entwickelt haben – zum Beispiel eine Vergrößerung der Gesamtfläche um circa 2000 Quadratmeter – projektbegleitend mit politischen Beschlüssen zu hinterlegen.«

Herrling leistet Abbitte

In einem Schreiben an die Fraktionen bedauert Stadtbaurätin Nina Herrling noch einmal »aufrichtig«, dass die Bekanntgabe der Kostenentwicklung »Sie und Ihre Fraktionsmitglieder in eine unerwartete Situation gebracht hat«. Herrling kündigt in dem Schreiben eine Auftaktsitzung für den Arbeitskreis Dritte Gesamtschule an, in dem »erforderliche politische Entscheidungen für das weitere Verfahren im Rahmen der aktuell anstehenden Entwurfsplanung und im weiteren Verlauf vorbereitet werden sollen.« Im Bildungs-, Arbeits- und Wirtschaftsausschuss hatte Herrling noch Fehler der Verwaltung bestritten.

In seiner Mitteilung kündigt Bürgermeister Schulz ferner die Einrichtung eines einen engmaschig begleitenden »Lenkungskreises Projekt- und Baukostencontrolling« für alle zukünftigen großen Bauprojekte aus Hoch-, Tief- und Kanalbau sowie Grünflächen an. Schulz: »Alle Projekte, die ein Investitionsvolumen von mehr als einer Million Euro auslösen, gehören in dieses Gremium (...).« Schulz kommt damit Forderungen von SPD und BfGT nach, die in einem Ratsantrag eine präzise Aufarbeitung der Versäumnisse in dem Bauprojekt und ein schärferes Controlling fordern.

Startseite