1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Guetersloh
  6. >
  7. Söder aufs Schiff? Besser nicht!

  8. >

„Storno“ begeistert Zuschauer in der Stadthalle

Söder aufs Schiff? Besser nicht!

Gütersloh (WB). Wenn drei Herren vor 1000 Zuschauern mit den vergangenen zwölf Monaten abrechnen, dann kann dabei nur ein höchst amüsanter Jahresrückblick herauskommen. So geschehen bei „Storno – Die Abrechnung“ am Donnerstagabend in der Gütersloher Stadthalle.

Gabriele Grund

Publikumsmagneten aus Münster:  Der Kabarett-Jahresrückblick mit den Wort- und Mimik-Akrobaten Harald Funke, Thomas Philipzen und Jochen Rüther hat Kultstatus. Kein Wunder, dass die Besucher in der ausverkauften Stadthalle restlos begeistert waren. Foto: Gabriele Grund

Intelligente Pointen und scharfsinnige Analysen

Dabei galt es zwei Stunden wachsam zu sein, denn wenn die Kabarettisten Harald Funke, Thomas Philipzen und Jochen Rüther aus Münster ihren Rückblick auf Weltgeschehen, Politik und Gesellschaft halten, dann entsteht daraus schnell ein waffenscheinpflichtiges Sprachgebräu, dessen intelligente Pointen, scharfsinnige Analysen, urkomische Mimiken und gesangliche Trommelfeuer teils derart schnell und ungefiltert die Gehörgänge der Zuschauer fluten, dass man gedanklich die Kondition eines Marathonläufers haben sollte.

Verrückte Welt: „Schnupperkurs in der Biogasanlage“

Auf Beifall brauchten die sprachgewandten Wüteriche nicht lange warten. „Wir freuen uns, wieder mal in Gütersloh zu sein. Auf der Anfahrt hierhin haben wir deutlich gemerkt, dass die Welt immer verrückter wird. Da stand unterwegs an einem Bauernhof ein Schild „Schnupperkurs in der Biogasanlage“, so Thomas Philipzen. Dabei könne man mit Fahrradrikschas, mit denen sich Touris gerne durch Berlin chauffieren lassen, einen guten Beitrag zum Klimaschutz leisten. „Das wäre doch auch für Gütersloh eine gute Sache. Da sitzt einer vorne, der tritt sich für dich die Beine dick, und du sitzt hinten mit deinen acht Koffern drin. Und wenn er zu langsam ist, nimmst du einfach die Peitsche.“

Auf diese Art und Weise habe er seinen Fahrer bis Leipzig durchgepeitscht, obwohl er nur bis Kreuzberg gezahlt hat, gestand Thomas Philipzen mit Augenzwinkern.

Trump und Johnson – aus der gleichen Baureihe von Putin

Im Zeitalter der Postpolitik habe jeder sein Päckchen zu tragen und der italienische Innenminister und Chef der rechten Lega-Partei Matteo Salvini nutze gerne den Strand für Wahlkampf („Wenn Höcke, Meuthen und Gauland mit der Badebuxe am Ostseestrand Wahlkampf machen, ist Deutschland traumatisiert“, so Jochen Rüther). Und Boris Johnson sei nun König von „Little Britain“. Neben Donald Trump gestellt, werde schnell klar, dass beide aus der gleichen Baureihe von Putin stammen würden. Und wenn Trump und Johnson gemeinsam auftreten, dann sei das doppelte Beklopptchen perfekt, lästerte Thomas Philipzen, während Harald Funke offenbarte, zukünftig als Bodydouble für Angela Merkel zu fungieren.

Markus „Greta“ Söder, der Bienenretter

Zwischen einem viel applaudierten „Akku-Rap“ und einer von Thomas Philipzen am Klavier begleiteten Klimawandel-Ballade, sorgte auch das Madrigal „Maria 2.0“ für hörbare Begeisterung im Publikum. Ebenfalls viel gelacht wurde über den Groko-Appendix, die SPD, und Markus „Greta“ Söder, der in Bayern jede einzelne Biene durch Herzdruckmassage gerettet hat. Allerdings könne Söder niemals wie Greta Thunberg mit dem Segelschiff nach Amerika reisen, weil er dort vor 180-Grad- Drehungen nie ankäme, lästerte das Trio.

Startseite