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Altes Bauernhaus nun mit moderner Elektronik, neuer Küche und Wärmeleitung

Spexarder »Rathaus« aufgerüstet

Gütersloh (WB). Als das altehrwürdige Spexarder Bauernhaus 1995 an neuem Standort seine Pforten für die Dortgemeinschaft öffnet, müssen die Veranstaltungen hier noch ohne Beamer auskommen. »Damals wurde bei Dia-Vorträgen der Zeigestock eingesetzt«, erinnert sich Werner Stüker, seit 30 Jahren der Chef des Heimatvereins Spexard.

Uwe Caspar

Neue Küche mit altem Gebälk: Der ehrenamtliche Hausmeister Manfred Stöhr (68) bereitet frischen Kaffee zu. Foto: Uwe Caspar

Inzwischen verfügt die von der Spexarder Bevölkerung gern angenommene Begegnungsstätte über moderne Licht- und Medientechnik. Im Zuge der 2018 von der Stadt genehmigten Renovierung wurde auch die Beschallungsanlage auf den neuesten Stand gebracht. Betriebsbereit ist inzwischen auch die von Nobilia gestiftete neue Küche, auf die der ehrenamtliche Hausmeister Manfred Stöhr besonders stolz ist. Gekocht werden darf hier allerdings nicht, die angelieferten Essen werden bei Bedarf aufgewärmt.

Seit neun Jahren bereitet der Nachfolger von Hans-Peter Limann, der Hausmeister der ersten Stunde, das Bauernhaus für gebuchte Events vor.  »An manchen Tagen ist der Manni drei- bis viermal im Einsatz«, weiß Christian Janzen, der Geschäftsführer des Heimatvereins, Stöhrs Engagement zu schätzen. Jährlich mehr als 400 Veranstaltungen, Tagungen und Treffen gehen hier über die Bühne. Janzen schätzt die Besucherzahl »auf 20.000 pro Jahr«. Und Werner Stüker nennt das Bauernhaus wegen der zahlreichen Zusammenkünfte scherzhaft »unser Rathaus«. Trotz des schönen Ambiente sind private Feiern – zum Beispiel Hochzeiten oder Geburtstage – in den »alten Gemäuern mit modernster Technik« (Janzen) nicht gestattet. Allein für die aufwändige Elektronik dürften sich die Kosten auf rund 100.000 Euro belaufen.

Sämtliche Renovierungsarbeiten, die seit Anfang 2019 laufen, erfolgten in Abstimmung mit der Denkmalschutz-Behörde. Schließlich stammt das Bauernhaus aus dem Mittelalter und stand bis 1995 an der Holmholtzstraße. Der frühere Eigentümer wollte das auch als Kohlenkammer genutzte Haus schon abreißen lassen, ehe die Stadt Gütersloh das langsam zerfallende Gebäude glücklicherweise erwarb.  Die Kommune kommt für größere Reparaturen auf, während sich der Heimatverein als Träger um kleinere Ausbesserungen kümmert. »Die Zusammenarbeit mit der Stadt ist super«, lobt Stüker. Zur Sanierung gehören unter anderem Außen- und Innenbeleuchtung in kompletter LED-Technik – im Frühjahr sollen moderne Lampen den Vorplatz bestrahlen. Und die Heizung ist jetzt an die Pellet-Anlage der benachbarten Josef-Schule angeschlossen. »Spexards Rathaus« aufgerüstet und im neuen Glanz!

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