1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Guetersloh
  6. >
  7. Stiftung will abwarten

  8. >

Deutsche Schlaganfall-Hilfe klagt gegen frühere Geschäftsleiterin

Stiftung will abwarten

Gütersloh (WB). Die Klage der Gütersloher Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe (SDSH) gegen deren frühere Geschäftsleiterin Franca Piepenbrock (51) ist am Freitag im Arbeitsgericht Bielefeld für die nächsten sechs Monate »terminlos gestellt« worden.

Carsten Borgmeier

Die frühere Geschäftsleiterin der Stiftung, Franca Piepenbrock (51), ist die Beklagte in dem Verfahren vor dem Arbeitsgericht Bielefeld. Foto: Carsten Borgmeier

Die beiden Parteien einigten sich bei dem Gütetermin im Saal 3 darauf, zunächst parallel laufende Verfahren vor dem Oberlandesgericht (OLG) München abzuwarten, die die SDHS gegen einen ihrer früheren Berater führt. Von diesem und Piepenbrock will sich die Stiftung außergerichtlich entstandene Kosten in Höhe von insgesamt rund 600.000 Euro zurückholen.

Firma CC4Y löste Rechtsstreit aus

Die SDSH wirft den Beklagten vor, mit dem ihr 2013 nahestehenden Unternehmen CC4Y vorrangig Profitmaximierung betrieben und somit die Gemeinnützigkeit der Gütersloher Stiftung gefährdet zu haben. Als das in der Stiftung erkannt wurde, kündigte sie die Kooperation mit der CC4Y auf.

Daraufhin verklagte die Firma mit Franca Piepenbrock als Mitgesellschafterin die Stiftung auf Schadenersatz, wegen hypothetisch entgangener Einnahmen. Dies wurde im Mai 2019 vom Landgericht München I vollständig abgewiesen. Und die durch diesen Rechtsstreit entstandenen Kosten fordert die SDSH nun von den von ihr Beklagten ein.

Gemeinnützigkeit in Gefahr

»Hintergrund der Kooperation von CC4Y und Stiftung waren die 2008 eingebrochenen Kapitalmärkte«, erläuterte am Freitag Rechtsanwalt Laurenz Schmitt (57) am Rande der Verhandlung. »Stiftungskapital warf plötzlich nur noch geringe Erträge ab. Wie alle Stiftungen stand auch die SDSH vor der Herausforderung, angesichts rapide sinkender Einkünfte ihre laufenden Kosten zu decken, ohne dabei die gemeinnützige Arbeit einzuschränken«, berichtet der die Stiftung vertretende Jurist. »Es musste ein Modell her, mit dem Geld generiert werden konnte.«

Piepenbrock und zwei Unternehmensberater sollen daraufhin CC4Y gegründet haben, um Konzepte und Produkte der Stiftung zu vermarkten. Der daraufhin geschlossene Vertrag soll jedoch die Gemeinnützigkeit der Stiftung gefährdet haben.

Startseite