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Gütersloh

Stolpersteine beschmiert, Staatsschutz ermittelt

Gütersloh (din) - An der Feldstraße auf Höhe des Gütersloher Dreiecksplatzes hat jemand drei Messing-Stolpersteine, die an deportierte und ermordete jüdische Mitbürgerinnen erinnern, mit blauer Farbe besprüht. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

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„Zu Ermittlungsschritten wird aus taktischen Gründen keine Auskunft gegeben. Gleiches gilt zu Verdachtsmomenten bei diesem frühen Stadium der Ermittlungen“, teilte der Staatsschutz am Dienstag auf Nachfrage mit.

Die Stolpersteine erinnern an Erika und Else Plaut sowie Sophie Meinberg, die in einem Haus an der Feldstraße gewohnt hatten, verschleppt wurden und in den Ghettos Warschau und Theresienstadt zu Tode kamen. Am Morgen des 10. November 1938 wurde das Haus an der Feldstraße, damals Hindenburgstraße, von Nationalsozialisten angezündet und zerstört.

Ein Zeuge hatte den Frevel am Montag der Polizei gemeldet. In Gütersloh gibt es nach Angaben der Stadt an 17 Stellen insgesamt 44 Stolpersteine zum Gedenken an jüdische Mitbürger. Auf Nachfrage erklärte der Staatsschutz: „Es liegen keine konkreten Anhaltspunkte für einen Zusammenhang der Beschädigung an den Stolpersteinen mit den Pro-Palästina-Demos und antisemitischen Vorfällen vom Wochenende vor.“ Aufgrund der politischen Gesamtsituation könne ein Zusammenhang jedoch nicht ausgeschlossen werden.

Dem polizeilichen Staatsschutz seien im April in Gütersloh drei Fälle mit antisemitischen Straftaten bekannt geworden. Aufkleber mit dem Davidstern und der Aufschrift „ungeimpft“ seien an Bäckereifilialen festgestellt worden. „Ein Zusammenhang mit dem Palästina-Konflikt kann für diese Fälle ausgeschlossen werden“, heißt es.

Wann die Stolpersteine, die der Künstler Gunter Demnig verlegt hatte, beschmiert wurden, weiß die Polizei laut Sprecherin Katharina Felsch nicht. An anderen Stellen des Gedenkens an jüdische Mitbürger wie an der Daltropstraße und auf Friedhöfen seien keine Beschädigungen festgestellt worden. Die Polizei widme den Orten aus gegebenem Anlass erhöhte Aufmerksamkeit.

Der Staatsschutz bittet um Hinweise unter 0521/5450. Die Stadt will die Stolpersteine in Kürze reinigen lassen.

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