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Gütersloh

Studierende freuen sich über Neustart in Präsenz

Gütersloh (matt)

Nach zwei Jahren, in denen die meisten Seminare online stattfanden, ist das Semester in Präsenz am Campus Gütersloh wieder losgegangen.

Nachdem coronabedingt viele Veranstaltungen digital stattgefunden haben, ist die Präsenzlehre am Campus Gütersloh der Fachhochschule Bielefeld für die Studierenden Melina Korsmeier (20) und Marc Tews (22) in dieser Woche wieder gestartet.

Gütersloh (matt) - Ihr Studentenleben haben sich Melina Korsmeier (20) und Marc Tews (22) komplett anders vorgestellt. Ihre Semester zwei bis fünf haben sie mehr oder weniger am Bildschirm verbracht. Jetzt kehrt auf dem Campus Gütersloh am Gleis 13 wieder der normale Alltag der Fachhochschule (FH) Bielefeld ein. Aber was heißt das eigentlich, wenn man bislang hauptsächlich ein Online- oder Fern-Studierender gewesen ist?

Grillen, sich unterhalten und gemeinsam ein Getränk zu sich nehmen

Dieser Anblick ist eigentlich nicht außergewöhnlich und doch etwas Besonderes: Ein paar junge Leute haben sich zum Grillen verabredet, stehen beieinander, unterhalten sich, trinken vielleicht ein Bier. Doch für die meisten der FH-Studierenden auf dem Campus am Gleis 13 ist Hochschule in Präsenz ein Novum.

Seit dieser Woche, also mit Start des Sommersemesters, findet der FH-Betrieb nämlich wieder überwiegend in Präsenz statt. „Ich hatte vom Studium eigentlich erwartet, neue Leute kennenzulernen und neue Erfahrungen zu machen“, sagt die 20-jährige Korsmeier, die ein Duales Wirtschaftsingenieur-Studium bei Beckhoff Automation absolviert.

Der Kontakt hat gefehlt

Es habe das gefehlt, was eigentlich normal sei: die Unterhaltung zwischen zwei Veranstaltungen, der Erfahrungsaustausch. „Aber auch der Kontakt zu höheren Semestern, die einem Tipps geben können“, findet der 22-jährige Tews, der einen Bachelor in Digitale Technologie anpeilt. Oder auch, um Professoren oder Dozenten besser kennenzulernen. „Manche Hochschullehrer kennen wir nur von den Online-Veranstaltungen, und wenn man sie jetzt in natura sieht, ist es etwas völlig anderes. Manche Professoren erkennen einen auch gar nicht, weil online die Kameras oft deaktiviert waren“, berichtet die Herzebrockerin Korsmeier.

Qualitative Unterschiede in der Lehre

Aber auch bei der Qualität der Lehre haben beide Studierenden schon nach wenigen Tagen deutliche Unterschiede wahrgenommen. „Online war die Hemmschwelle für Fragen größer. Jetzt geschieht das eher“, so Tews, der in Wiedenbrück zu Hause ist und zur FH pendelt. Insgesamt habe es digital aber gut funktioniert. Selbstverständlich drehten sich die Gespräche jetzt anfangs viel um das FH-Leben und Corona, bevor man sich persönlichen Themen widmet, berichten beide Studierenden übereinstimmend.

Um wieder in die Präsenzphase hineinzukommen, haben die Studierenden ein Grillen auf dem Campusgelände organisiert.

Sie hoffen, dass das Studieren vor Ort schnell wieder mit einem Gefühl des normalen Umgangs einhergeht, obwohl sich das Ende ihrer Ausbildung abzeichnet. „Ich finde, dass Studieren vor Ort auch irgendwie ernster auf mich wirkt, strenger als von Zuhause aus“, sagt Tews. So richtig greifen kann er den Unterschied noch nicht – es ist aber auch erst die erste Woche in Präsenz.

Abschluss für Februar 2023 geplant

Beide Studierenden werden wohl im Februar 2023 ihren Bachelor abschließen. Und erst jetzt, mit dem nahendem Ende ihrer Hochschulausbildung, besteht eine realistische Chance, die Kommilitonen wirklich kennenzulernen. Die beiden Studierendenvertreter wollen diesen Prozess deswegen forcieren und werden verschiedene Freizeitveranstaltungen abseits des Campus anbieten. Paintball, Darts-Turniere, Bier-Pong-Turniere stehen auf dem Planungszettel.

Aber auch wenn am FH-Campus nun wieder mehr Betrieb herrscht, ist Corona immer noch präsent. Es herrscht Maskenpflicht. Nicht alle Dozenten kehren an ihren Arbeitsplatz zurück, manche unterrichten weiterhin digital. Auch die Veranstaltungen, die sich die beiden Beckhoff-Studierenden vorgenommen haben, müssen von der FH-Verwaltung abgesegnet werde.

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