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Gütersloh

Tierschützer verdammen Kastenstände

Gütersloh (gg) - Sie können sich kaum bewegen, haben nur wenig Platz und liegen über Stunden regungslos auf harten Spaltböden in dunklen Ställen. Die Rede ist von Zuchtsauen, die zur Besamung und während des Abferkelns in Kastenständen fixiert werden. Seit Jahren stehen diese Käfige in die Kritik.

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Aber genau das ist per Gesetz in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung verboten, und das Oberverwaltungsgericht Magdeburg hat diese „illegale Haltungsform“ 2015 verurteilt. Dennoch halten Schweinebauern ihre Tiere weiter in diesen Kastenständen.

Um auf das Leid von Zuchtsauen aufmerksam zu machen, haben Umwelt- und Tierrechtsaktivisten von Animal Save aus Bielefeld und vom Verein Fairleben am Samstag auf dem Dreiecksplatz eine Kundgebung veranstaltet. Sie fordern eine art-, verhaltens- und tiergerechte Nutztierhaltung und informierten über vegane Ernährung, also den kompletten Verzicht auf tierische Produkte. Um die Enge der Kastenstände zu veranschaulichen, ließen sich Aktivisten wie Stefan Schneidt, Katharina Friess und Marie- Kristin Mueller im Rahmen einer Mahnwache in die Kastenstände einsperren. An die Käfige sei man über einen Kontakt mit der Albert-Schweitzer-Stiftung gekommen, erklärte Oliver Groteheide, zweiter Vorsitzender von Fairleben.

„Wir wollen mit dieser erstmals in Gütersloh durchgeführten Aktion den Menschen zeigen, wie mit Tieren umgegangen wird. Diese Haltungsform zu beenden, ist genauso wichtig, wie einst der Sklaverei ein Ende zu setzen.“ Skandalös sei, dass Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CSU) im Juli 2020 einer Verlängerung der tierquälerischen Zustände um acht Jahre auch noch zugestimmt habe, statt dafür zu sorgen, dass diese Haltungen ein sofortiges Ende hätten.

„Schon der griechische Philosoph und Historiker Plutarch hat gesagt, dass Menschen den Tieren Seele, Lebenszeit und Sonnenlicht für ein kleines Stückchen Fleisch stehlen“, erklärte Herbert Stock (67). Der Gütersloher wurde während eines Einkaufs mit seiner Frau auf die Aktion am Dreiecksplatz aufmerksam. Markus Heerden (55), Sina Menke (41) und Hubert Brückmann (71) aus Marienfeld und Rheda-Wiedenbrück zeigten sich über die gängige Fixiermethode in deutschen Zuchtställen entsetzt. „Das ist kompletter Blödsinn, denn in der freien Natur oder bei genügend Auslauf, wie beispielsweise bei Biohof-Züchtern, werden doch auch keine Ferkel erdrückt.“

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