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Weltweit erster Kunstrasen-Pflegeroboter im Test – 25.000 Euro teuer

Turf-Rob ist kein Schnäppchen

Gütersloh (WB). Ich bin Rob steht auf dem Display. Rob bürstet die Fasern des Kunstrasens wieder auf – leise und automatisch. Auch andere Städte wollen den Roboter ausprobieren.

Jens Dünhölter

Jörg Siekmann (Geschäftsführer Melos, links), Stefan Mosel (geschäftsführender Inhaber Kon-Pro aus Bohmte, Mitte) und Wilhelm Kottmann vom Sportamt der Stadt Gütersloh wollen weitere Einsatzmöglichkeiten für Kunstrasen-Pflegeroboter nach dem erfolgreichen Testlauf demnächst in Ruhe besprechen. Die Anschaffungskosten belaufen sich auf 25.000 Euro. Foto: Jens Dünhölter

Kunstrasenplätze sind derzeit schwer in der Diskussion. Unabhängig von der seitens der EU-Kommission angestoßenen Mikroplastik-Debatte müssen die bestehenden Anlagen, aufgrund des durch normale Benutzung entstehenden Gummi-Granulat-Abriebes, regelmäßig gepflegt und wieder aufbereitet werden. Bislang lässt das Sportamt der Stadt Gütersloh die vorwiegend an den Seiten angehäuften Ablagerungen auf den elf Kunstrasen-Plätzen in seinem Verantwortungsbereich einmal pro Woche maschinell wieder einbürsten. Möglicherweise läuft der dem Platzerhalt sowie der besseren Bespielbarkeit dienenden Prozess demnächst nachts automatisch ab.

Weltweit nur fünf Prototypen

Fünf Monate vor der Markteinführung am 9. November nahmen Wilhelm Kottmann (Fachbereichsleiter Sport) und Ulrich Wittenbrink (Fachbereich Grünflächenunterhaltung) nun auf dem Kunstrasenplatz Süd einen von nur fünf Prototypen des weltweit ersten Kunstrasen-Pflegeroboters persönlich in Augenschein. Entwickelt wurden die 150 Kilogramm schweren Geräte mit dem Namen Turf-Rob von den Experten der Firma Kon Pro aus Bohmte (Niedersachsen) im Auftrag der Firma Melos (Hersteller von Kunststoffen für Sport- und Freizeitbelägen) aus Melle (Niedersachsen). Die Verbindung zur Stadt Gütersloh kam über den hier lebenden Melos-Geschäftsführer Jörg Siekmann zustande, Fußball-Freunden noch als langjähriger Hauptsponsor des FC Gütersloh bekannt.

Uli Wittenbrink

Das eigentliche Prinzip dabei ist sehr einfach zu verstehen. Uli Wittenbrink: »Was Rasenroboter für die Naturrasenflächen sind, sind die Turf-Robs für Kunstrasenplätze. Sie übernehmen die automatische Pflege, bürsten Fasern wieder auf«. Ein paar gravierende technische Unterschiede gibt es jedoch schon. Während Rasen-Roboter überwiegend Mähen, ist der Turf-Rob mit seinen vier abrufbaren Programmen (Standard, Intensiv, Granulat Puls, Schnellkurs) Spezialist für Bürsten und Striegeln. Im Gegensatz zu den kreuz und quer mähenden Rasen-Kollegen fährt das Kunstrasen Pendant nach vorheriger Programmierung der GPS-Daten Bahn um Bahn ab. Die automatische Steuerung läuft über eine Handy-App. Laut Stefan Mosel beträgt die Bearbeitung des ganzes Platzes rund fünf Stunden. Die Anschaffungskosten liegen bei rund 25.000 Euro. Im Sinne der Kooperation soll weiteren Entscheidungen eine Langzeit-Testphase vorausgehen.

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