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Gütersloh

TV Isselhorst bittet: Nicht vorschnell urteilen

Gütersloh (zog)

In der Isselhorster Sporthalle sollen sich hässliche Dinge ereignet haben. Der betroffene Verein äußert sich dazu aktuell auf seiner Website.

Blick in eine Umkleidekabine der Sporthalle Isselhorst: Was hat sich dort und in der Sporthalle nach dem Handball-Oberliga-Heimspiel am 12. März abgespielt?

Gütersloh (zog) - Der Turnverein Isselhorst (TVI) erhält viele negative Rückmeldungen, seit bekannt geworden ist, dass sich offenbar einige Sportler mehr als ungebührlich aufgeführt haben. Seit Donnerstag informiert der Verein auf der Internetseite über die aktuelle Situation.

„Trotz intensiver Bemühungen konnten die tatsächlichen Geschehnisse bisher nicht aufgeklärt werden“, heißt es dort. „Gegenüber der Polizei liegen Anzeigen gegen unbekannt seitens der Reinigungskräfte wegen Beleidigung auf sexueller Basis und exhibitionistische Handlungen sowie eine Anzeige der Stadt wegen Vandalismus vor.“

Acht Punkte fassen Lage zusammen

In acht Punkten stellt der Vorstand zusammen, was nach „alldem, was uns bisher bekannt wurde, richtig ist“. Dazu gehöre nicht mehr tolerierbarer Alkoholkonsum mit Ausfallerscheinungen auch Stunden nach dem Oberligaspiel. Davon sei die Abteilungsleitung am Folgetag von der Reinigungsfirma informiert worden und habe die Halle aufgesucht, um sicherzugehen, dass der Schulbetrieb in gereinigter Halle am Montag stattfinden könne.

In den Osterferien findet üblicherweise kein Sport in den Hallen statt. So auch in Isselhorst.Die Reinigungskräfte hätten die Geschehnisse mit den Worten „war schon heftig, aber heute können wir schon darüber lachen“ kommentiert. Die Abteilungsleitung habe sich entschuldigt. Der Vorstand („Wir verurteilen Rassismus, Vandalismus, Exhibitionismus und jede Art von Gewalt“) bekräftigte den Willen zur Aufklärung und Sanktionierung mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln.

„Gleichwohl muss auch in diesem Verfahren die Unschuldsvermutung gelten. Dies gilt umso mehr, als dass in nicht nachvollziehbarer Weise eine ganze Mannschaft öffentlich an den Pranger gestellt wird“, so der Vorstand.

Um Rassismus-Vorwurf soll es nicht gehen

Die Strafanzeigen richteten sich gegen unbekannt und nicht gegen eine Mannschaft. Allerdings sei nicht in Abrede zu stellen, „dass auch – aber nicht nur – Spieler noch anwesend waren“. Der Vorwurf rassistisch motivierter Taten oder Äußerungen finde sich in der dem TVI vorliegenden Anzeige nicht wieder.

Zum Ende der Veröffentlichung heißt es: „Bis dahin bitten wir Euch, sowohl eigene Konsequenzen aus einem noch nicht aufgeklärten Sachverhalt zurückzustellen, als auch Euch der Verurteilung der Mannschaft und aller anderen Anwesenden nicht unreflektiert anzuschließen. Die gesamte Handballabteilung ist Teil unseres Traditionsvereins, der mit den gelebten Werten zum Gemeinwohl im Ortsteil beiträgt. Lassen wir uns dies nicht vorschnell kaputtreden.“

Oberliga-Handballer werden Spiele fortsetzen

Die Handball-Oberligamannschaft wird die Spielzeit sportlich beenden. Zum Spiel beim HTV Hemer war das Team von Michael Jankowski am 2. April, direkt nachdem die Vorfälle in dieser Zeitung veröffentlicht worden waren, nicht angetreten – um die Mannschaft zu schützen, lautete die Begründung.

Die Sporthalle in Isselhorst befindet sich an der Grundschule an der Haller Straße.Am Donnerstag 21. April, ab 19.30 Uhr wird der Oberligist nach Tausch des Heimrechts beim HC TuRa Bergkamen wieder aktiv und trägt, obwohl bei erst drei Pluspunkten de facto abgestiegen, dazu bei, dass der Abstiegskampf in der vierthöchsten Liga sportlich regulär ausgetragen wird.

„Da wir nicht in die Halle dürfen, treten wir zu unseren Spielen auswärts an und halten uns unter der Woche individuell fit“, so der Sportliche Leiter Guido Marquardt.

Verbot der Hallennutzung bleibt bestehen

Wie der Beigeordneter Henning Matthes gestern auf Nachfrage mitteilte, bleibe es beim Verbot der Hallennutzung: „Im Nachgang zum Spiel der ersten Herrenmannschaft des TV Isselhorst und damit im Verantwortungsbereich der Mannschaft liegend, ist es unstrittig zu inakzeptablen Vorfällen gekommen. Wir als Eigentümerin der Halle haben daraus Konsequenzen gezogen und Maßnahmen erlassen, die wir als verhältnismäßig erachten. Wir hoffen, dass die polizeiliche Ermittlungsarbeit Aufklärung bringt, insbesondere was die konkreten Verursacher betrifft.“

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