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Gütersloh: Norovirus und Influenza führen Liga der Infektionskrankheiten an

Viren schwirren wieder umher

Gütersloh (WB). Der Norovirus führt die Liga der häufigsten Infektionen im Kreis Gütersloh an. Das liegt vor allem am Spitzenwert des Jahres 2007: Vor 13 Jahren erkrankten auf einen Schlag 1350 Menschen an dieser Magen- und Darmkrankheit. Es ist der höchste vom Robert-Koch-Institut ermittelte Einzelwert aller 44 im Kreis Gütersloh seit 2001 nachgewiesenen Infektionen.

Stephan Rechlin

Keine Angst vor der Spritze. Angehörige von Risikogruppen sollten sich vor Beginn der tollen Karnevalstage ruhig noch gegen Influenza impfen lassen, rät Kreisgesundheitsamtsleiterin Dr. Anne Bunte. Diese Infektionskrankheit bricht jedes Jahr sehr häufig aus. Foto: dpa

Auf alle seit dem Infektionsschutzgesetz untersuchten 19 Jahre verteilt aber liegt die Influenza an der Spitze. Dr. Anne Bunte leitet die Abteilung Gesundheit beim Kreis Gütersloh: „Ihren Höchststand erreichte die Influenza 2018 mit 939 registrierten Erkrankungen.“ Bei der Grippewelle 2017/18 starben den Informationen des Robert-Koch-Institutes zufolge bundesweit 25.100 Menschen, so hoch sei die Zahl in den vergangenen 30 Jahren nicht gewesen. Doch Dr. Anne Bunte mahnt, diese Zahlen vorsichtig zu interpretieren: „Ob wirklich die Grippe Ursache war, lässt sich gerade bei älteren Menschen, bei denen weitere Erkrankungen vorlagen, nicht genau sagen.“

Angesichts der bevorstehenden Karnevalstage rät Bunte den Risikogruppen, sich ruhig noch gegen die Influenza impfen zu lassen. Zu dieser Gruppe zählten Menschen, die älter als 60 Jahre seien, chronisch Kranke oder Personen im medizinischen oder pflegenden Berufen. Neben den erhöhten Fallzahlen 2018 habe es im Jahr 2009 noch eine ähnlich hohe Zahl mit 936 Fällen gegeben, die auf das Konto der damals neuen Schweinegrippe gegangen seien, die weltweit um sich gegriffen habe.

44 Infektionskrankheiten

Insgesamt seien im Kreis Gütersloh 44 Infektionskrankheiten seit 2001 erfasst worden. Sieben Krankheiten hätten dreistellige Infektionsraten erzielt, 14 mal fielen die Raten zweistellig aus, bei den verbleibenden 23 gab es weniger als zehn Fälle.

Der Statistik zufolge ist Hepatitis E in den vergangenen Jahr stark angestiegen. Doch dieser Zuwachs kann Bunte zufolge auch mit neuen Diagnose-Verfahren, Schnelltests oder eine erhöhte Aufmerksamkeit zusammenhängen: „Mit 25 Leberentzündungen verbuchte dieser Krankheit im Jahr 2009 die höchste Fallzahl.“ Um sich davor zu schützen, sollte Fleisch immer gut durchgegart sein. Daneben zählten roh verzerrte Muscheln und Mett zu den Überträgern.

Die Noroviren hätten im Winter ihre höchste Übertragungsrate., weil sich die Menschen meist mehr in geschlossenen Räumen aufhielten. Gründlich Hände waschen laute der beste Vorsorgetipp. Eine Impfung gebe es bis jetzt noch nicht.

Erstmals erfasste Kinder hätten die Zahl von Keuchhusten- und Windpocken-Erkrankungen steigen lassen. Die ständige Impfkommission (Stiko) empfehle Impfungen, bei Keuchhusten sogar für Erwachsene. Allerdings stellt Bunte eine gewisse Impfmüdigkeit im Kreis Gütersloh fest.

Zehn Prozent der I-Männchen legten zur Einschulung keine Impfpässe vor. Eine Sorge vor Impfschäden, wie sie von Impfgegnern etwa bei Masern oftmals erhoben werden, sei im Falle von Windpocken und Keuchhusten jedoch unbegründet.

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