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Gütersloh

Virtuoses Duo spielt beim Orgelherbst

Gütersloh (heu)

Die Musik ist das Himmelsgeschenk, das Gott den Menschen bei der Vertreibung aus dem Paradies nicht genommen hat. Alle Besucher, die sich am Sonntag zum zweiten Konzert des Orgelherbstes in der St.-Pankratius-Kirche eingefunden haben, werden dieser Behauptung sicher zustimmen.

Das Queens Duo mit Harfenistin Hanna Rabe (links) und Flötistin Verena Beatrix Schulte ist am Wochenende in der Pfarrkirche St. Pankratius aufgetreten. Begleitet wurden die beiden Frauen von Kirchenmusiker Sebastian Freitag. Foto:

Mit erlesenen Kompositionen musikalischer Schwergewichte aus hundert Jahren Romantik und Impressionismus in Frankreich und Deutschland bot sich ihnen erneut eine rauschende Musikgala mit Premierencharakter. Verantwortlich dafür zeichnete das Queens Duo, bestehend aus Verena Beatrix Schulte (Berlin) an der Flöte und Hanna Rabe (Hamburg) an der Harfe. 

Charaktervolle Stücke und strahlende Glanzlichter

Erweitert wurde die Formation um Dekanatskirchenmusiker Sebastian Freitag (Paderborn) an der Orgel. Wie auch Dr. Martin Gregorius, künstlerischer Leiter der Konzertreihen an St. Pankratius, den Studierenden der Hochschule für Musik in Detmold im Kopf bleibt, werden die Ausführenden dem begeisterten Publikum als profunde Kenner ihrer Musik und ihrer Instrumente in Erinnerung bleiben. 

Das Programm zeichnete sich über seinen gesamten Verlauf durch eine bestechende innere Geschlossenheit aus. Außer charaktervollen Stücken von Eugène Bozza, Franz Schubert und Felix Mendelssohn Bartholdy setzte Claude Debussys Prélude à l’après-midi d’un faun gleich zu Beginn ein strahlendes Glanzlicht. 

Musiker fangen die Stimmung eines Sommertags auf ihren Instrumenten ein

Wie der Komponist verstand es das Duo, die Stimmung eines Sommertags mit dem Flimmern warmer Luft, der Landschaft in prallem Sonnenlicht, einem Flöte spielenden Faun und dem Locken der Nymphen sehr sinnfällig nachzuzeichnen. Bot sich mit diesem impressionistischen Paradestück eine Steilvorlage für das Queens Duo, so trifft dies in gleicher Weise für Freitag an der Orgel zu. 

Bei der Danse macabre, dem Totentanz von Camille Saint-Saens, mit seiner mitternächtlichen Friedhofsszene konnte das Publikum eindrücklich erleben, wie der Tod an die Gräber pocht, die Toten weckt und zum Klang seiner Fiedel tanzen lässt. Was für ein Konzertabend!

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