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Politik will mehrtägige Verkehrszählung in der Innenstadt durchsetzen

Vorfahrt für Fahrräder in der City?

Harsewinkel (WB). Mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer, weniger Durchgangsverkehr – das wünscht sich die Unabhängige Wählergemeinschaft für die Innenstadt und hat angeregt, die Münsterstraße beziehungsweise Brockhäger Straße „zumindest von der Sparkasse Gütersloh-Rietberg bis zur Einfahrt Dr.-Pieke-Straße“ als Fahrradstraße auszuweisen. Der Antrag wurde im Planungs- und Bauausschuss beraten. Ergebnis: Abgeneigt sind Verwaltung und Politiker nicht.

Stefanie Winkelkötter

Die UWG wünscht sich eine Fahrradstraße in der Innenstadt. Zumindest das Teilstück von der Sparkasse bis hin zur Dr.-Pieke-Straße könnte als Fahrradstraße ausgewiesen werden. Die Grünen wünschen sich noch eine weitere Fahrradstraße. Foto: dpa

Bei Ausweisung einer Fahrradstraße wäre die Straße weiterhin auch für Autos in beide Richtungen befahrbar, sie wären dann aber gegenüber Fußgängern und Radfahrern untergeordnet. Geschäfte könnten weiterhin von den Autos angesteuert werden, zudem dürfen in einer Fahrradstraße Fahrräder nebeneinander fahren. Der Ausschuss hat nun beschlossen, die verkehrliche Belastung der Münsterstraße im entsprechenden Bereich getrennt nach Fahrradfahrern und motorisiertem Verkehr ermitteln zu lassen. Anhand dieser Zahlen soll dann mit dem Kreis, also der zuständigen Straßenverkehrsbehörde, erörtert werden, ob und unter welchen Voraussetzungen auf diesem Teilstück eine Fahrradstraße eingerichtet werden kann.

Der Kreis übermittelt eine eher negative Tendenz

Christoph Dammann von der Stadtverwaltung erklärte allerdings, dass der Kreis bereits eine eher negative Tendenz übermittelt hätte. Die Straßenverkehrsbehörde hätte bereits eine Zählung in Höhe des Drogeriemarktes Rossmann angestellt, und zwar am 30. Oktober in der Zeit von 13.10 bis 14.20 Uhr. In Fahrtrichtung Bundesstraße 513 seien 143 Kraftfahrzeuge und 66 Fahrräder registriert worden, in Fahrtrichtung Dr.-Pieke-Straße 128 Kraftfahrzeuge und 80 Fahrräder. Nach Auskunft des Kreises darf eine Fahrradstraße aber nur dann angeordnet werden, wenn der Radverkehr die vorherrschende Verkehrsart ist oder es zu erwarten ist, dass er es wird. Laut Kreisverwaltung sei der Radverkehr – zumindest im Herbst – aber nicht dominant.

Uli Kleine (SPD)

Uli Kleine von der SPD wies darauf hin, dass die Zählung des Kreises in einem viel zu kurzen Zeitraum erfolgt sei: „An einem Mittwochnachmittag eine Stunde und zehn Minuten lang zu zählen, reicht nicht aus.“ Auch Dieter Berheide (CDU) plädierte dafür, eventuell sogar über mehrere Tage, Zahlen zu ermitteln. „Dies soll ja nicht der erste Schritt zu einer Sperrung für Autos sein, aber wir brauchen hier eine vernünftige Lösung.“ Berheide wies darauf hin, dass man aufgrund der Sperrung zum Weihnachtsmarkt gerade erst wieder gesehen habe, was in der City los ist. „Die Idee ist gut, man soll ruhig mal richtig zählen. Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass alles bleibt, wie es ist“, befand Berheide.

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