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Gütersloh

Warnstreik bei Marten

Gütersloh (din) - Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat die Beschäftigten des Wurstherstellers Marten an der Herzebrocker Straße am Freitag zum Warnstreik aufgerufen. Anlass waren die laufenden Tarifverhandlungen in der Fleischindustrie.

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Vor dem Werkstor an der Herzebrocker Straße bauten sich Gewerkschafter und Warnstreikende am Freitagmittag auf, um ihre Forderungen zu untermauern. Von vorbeifahrenden Autofahrern bekamen sie aufmunternde Signale. Foto:

Die Gewerkschaft fordert einen Mindestlohn von 12,50 Euro je Stunde (brutto) für ungelernte Kräfte und von 14 Euro die Stunde nach Einarbeitungszeit. Außerdem forderte Armin Wiese, Geschäftsführer der NGG für die Region Detmold-Paderborn, „einen Stundenlohn von 17 Euro für Facharbeiter und Menschen, die solche Arbeiten machen“. Außer mehr Geld stand auch mehr Urlaub auf dem Forderungskatalog und auf mitgebrachten Transparenten. Mit dem Warnstreik sollten die Beschäftigten zeigen, dass sie hinter den Forderungen stehen.

Nach Angaben von Wiese und dem stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden Kai Peterkord gibt es für die Beschäftigten von Marten aktuell keinen gültigen Tarifvertrag. „Wir sind gerade aus der Friedenspflicht heraus“, erklärten beide unisono. Die zum Tönnies-Konzern gehörende Zur-Mühlen-Gruppe hatte die Marten-Gruppe mit den Töchtern Marten sowie Vogt & Wolf 2017 übernommen. Marten wurde am Standort Bismarckstraße geschlossen und später der Betrieb an der Herzebrocker Straße in Marten Fleischwarenfabrik umbenannt. Laut Peterkord sind dort nach dem Betriebsübergang samt Leiharbeitern insgesamt noch rund 200 Menschen beschäftigt. Hauptprodukt sei Edelschimmelwurst.

Als Zeitpunkt für den Warnstreik war am Freitag der Schichtwechsel gewählt worden. Tönnies und Marten würden ein Streikschwerpunkt in der Region sein, kündigte Wiese an. Der Betriebsrat steht laut Peterkord hinter den Forderungen der Gewerkschaft. „Wer nicht kämpft, hat schon verloren“, sagte der stellvertretende Vorsitzende. Selbstverständlich sei man aber kompromissbereit.

Der Warnstreik verlief unter Corona-Auflagen mit Masken, unter Aufsicht der Polizei und unter den Blicken der Werkleitung. Die Teilnehmer mussten sich wegen Corona in Listen eintragen. An die 50 Gewerkschafter und Beschäftigte versammelten sich an der Zufahrt. Beteiligt waren auch Mitarbeiter des DGB-Projekts Faire Mobilität für zugewanderte Arbeitskräfte. Die Ansprache erfolgte auch auf Polnisch und Rumänisch.

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