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Gütersloh: Stadt investiert 150.000 Euro in neue Lüftungs- und Abluftanlage

Weberei: Neue Küche ohne neuen Streit

Gütersloh (WB). Die Stadt presst einen Deckel auf den Küchen-Streit mit der Weberei . Im kommenden Jahr wird die Küche für 150.000 Euro saniert. So legt es der neue Haushaltsplan der Stadt fest, ohne noch eine Silbe über die Auseinandersetzung zu verlieren.

Stephan Rechlin

Die Weberei-Küche wird im kommenden Jahr saniert. Dann kann mit frischen Zutaten weiter gekocht werden. Foto: Stephan Rechlin

Der im November 2018 hochgekochte Disput hatte nicht unbedingt etwas mit Kochtöpfen, Pfannen, Induktionsschleifen und Geschirrspülern zu tun. So viel wird schon aus der Stellungnahme von Bürgerkiez-Mitgesellschafter Andreas Oehme deutlich, der als Caterer die Küche hauptberuflich nutzt: »Es müssen vor allem die Abluft- und Lüftungsanlage modernisiert werden. Darum müsste sich jeder Immobilieninhaber schon aus gesetzlichen Gründen kümmern, egal wer hier die Räume mietet.« Oehme hofft, dass im Sommer kommenden Jahres Handwerksfirmen für diese Arbeit zur Verfügung stehen, dann könne er am besten eine Alternative für die Küchenbaustelle organisieren: »Wir würden draußen etwas aufbauen.«

Eskalation

Die Weigerung der Stadt, die Küche schon in diesem Jahr instand setzen zu lassen, hatte Mitgesellschafter Steffen Böning offenbar als Versuch der Kulturräume interpretiert, die Gütersloher Soziokultur auch noch irgendwie mit zu absorbieren. Die Küche ist das Herzstück der Weberei-Gastronomie – und ohne Gastronomie stünde die Weberei finanziell auf dem Schlauch. Der bis zu einer Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Kulturdezernent Andreas Kimpel eskalierte Streit konnte offenbar in einem vertraulichen Gespräch im Juli 2019 beigelegt werden. Dessen Ergebnis ist ebenfalls im Haushaltsplan erkennbar. Demnach wird der jährliche Zuschuss der Stadt an die Weberei leicht, aber spürbar von 238.571 auf 244.135 Euro steigen.

Mit diesem Geld kommt die Weberei offenbar zurecht. Die im Bundesanzeiger veröffentlichte Jahresbilanz 2017 der Bürgerkiez gGmbH, des Trägers der Weberei, weist einen Überschuss von 6841 Euro auf – immerhin 2700 Euro mehr als 2016. Den Verbindlichkeiten in Höhe von 231.722 Euro stehen Kassenbestände und Bankguthaben von 301.321 Euro gegenüber. Eine Verschuldungskrise – in der Vergangenheit der Grund für zwei Insolvenzen der Weberei – droht also nicht. Im ersten Obergeschoss der Weberei wurden Studio und Atelier modernisiert.

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