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Gütersloh

Wie in Gütersloh Buschbohnen angepflanzt werden

Gütersloh (gl)

Die Eisheiligen sind vorbei. Für Kleingärtner wie Matthias Seidel bedeutet das, dass mit der Aussaat der Buschbohne begonnen werden kann.

Der Untergrund im Kleingarten von Matthias Seidel in Gütersloh besteht aus Sandboden. Um den Buschbohnen bei der Aussaat genügend Nährstoffe bieten zu können, werden die frisch gesäten Samen mit Anzuchterde bedeckt. Zuvor zieht Seidel jedoch eine etwa zwei Zentimeter tiefe Reihe. Fotos: Bergen

Gütersloh (gl) - Der Apfelbaum in der Parzelle blüht bereits. Tomaten- und Paprikapflanzen im Gewächshaus gedeihen prächtig. Wespen fliegen umher: Im Kleingarten von Matthias Seidel in Gütersloh ist mächtig was los. Der Vorsitzende des Kleingärtnervereins Zum Luttergarten baut jedes Jahr Obst und Gemüse an – unter anderem Buschbohnen.

Extreme Kälte muss ausgeschlossen sein

„Die Eisheiligen sind vorbei“, sagt Seidel. Die Namenstage der christlichen Heiligen (11. bis 15. Mai), an denen regionalen Bauernregeln zufolge die letzten Frostnächte des Frühjahrs möglich sind, würden als Richtwert für die Aussaat der Buschbohnen genommen. Selbstverständlich könne etwas früher oder später gepflanzt werden, je nach Witterungsverhältnissen. „Wichtig ist, dass extreme Kälte ausgeschlossen ist“, betont Seidel.

Buschbohnen seien sehr frostanfällig und färbten sich dann schwarz. So entstehe eine Missernte, erklärt Seidel. Buschbohnen seien nicht nur kälteempfindlich, sondern auch etwas wasserscheu. „Bei zu viel Feuchtigkeit können die Pflanzen faulen“, sagt der Experte. Das heiße aber nicht, dass Bohnen nicht ausreichend gegossen werden sollten, merkt er an und betont: „Sonne finden sie hingegen richtig klasse.“

Samen bevorzugt

Insgesamt sei das längliche, grüne Gemüse eine unkomplizierte Pflanze. An einem sonnigen Standort mit ausreichender Wässerung gelinge der Anbau auch unerfahrenen Gärtnern, ermutigt Seidel. „Nicht alle bauen Bohnen nach Schema F an“, bemerkt der Kleingärtner. Von der Erde bis zum Abstand zwischen den Samen handhabe das jeder anders.

Mit einer Holzlatte zieht Seidel eine etwa zwei Zentimeter tiefe Reihe in das vorgesehene Beet. Nun bestehe die Möglichkeit, bereits vorgezogene Jungpflanzen einzusetzen, sagt Seidel. Er jedoch bevorzugt Samen. In die vorgefertigte Reihe werden die Samen mit etwa 20 Zentimeter Abstand verteilt. Mit sogenannter Anzuchterde werden sie abgedeckt. Der Untergrund im Kleingartenverein bestehe aus Sandboden, erklärt Seidel. Durch die Anzuchtserde würden ihm Nährstoffe und Dünger hinzugefügt. „Zudem weiß ich durch den Farbunterschied der Böden, wo ich die Samen gepflanzt habe.“

Rezept für Bohnen mit Speck: Matthias Seidel isst seine selbst angepflanzten Bohnen am liebsten mit Speck als Beilage. Dafür bedarf es nicht viel. Zutaten: Speck und Bohnen (Menge nach Wahl und Appetit), Salz und Pfeffer zum Abschmecken, etwas Butter oder Öl zum Anbraten Zubereitung: Die Butter in der Pfanne zergehen lassen. Den Speck scharf anbraten. Anschließend die Bohnen sowie Salz und Pfeffer nach Belieben hinzufügen. Dabei auf mittlerer Hitze gar braten. Die Dauer ist hierbei von der gewünschten Bissfestigkeit abhängig. Tipp: Wer mag, kann noch Zwiebeln, Knoblauch oder frische Kräuter hinzufügen. (lib)

Wichtig sei, dass kräftig angegossen werde, sagt Seidel. „So können die Pflanzen am besten keimen.“ Damit die Bohnen genügend Nährstoffe aus der Erde aufnehmen können, düngt Seidel nach der Aussaat etwa zweimal nach. Ab einer Pflanzenhöhe von 20 Zentimetern häufe er die Erde unter dem Gewächs an, sagt er. Das verleihe Stabilität.

In wenigen Wochen erntebereit

Je nach Witterungsverhältnissen könnten die Bohnen in sechs bis zehn Wochen geerntet werden, weiß Matthias Seidel. Jeder Kleingärtner habe seine eigene Art zu ernten. „Wir reißen die gesamte Pflanze aus der Erde“, erklärt er seine Methode. „So ist es bequemer, die Erträge von der Pflanze zu entfernen.“ Wenn die Bohne beim Durchbrechen eine glatte Bruchstelle hinterlasse, könne geerntet werden. Achtung: Rohe Bohnen seien giftig, warnt Seidel.

Die vergangenen Ernten seien sehr ertragreich gewesen. Um nichts verderben zu lassen, würden die Bohnen eingefroren. Dafür geht Seidel wie folgt vor: „Wir blanchieren das Gemüse vorab.“ Der Strunk der Bohne werde abgeschnitten. Anschließend koche das Gemüse für vier Minuten in heißem Wasser. „So bleibt auch die Farbe erhalten“, merkt Seidel an. Nach einem Eisbad müsse das Gemüse abgetrocknet werden, bevor es eingefroren werde. „So haben wir das Jahr über frisches Gemüse“, sagt Seidel, der sich schon auf die baldige Ernte freut.

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