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Keine Anschlüsse: 46 Haushalte an der Molkereistraße mit der Telekom im Clinch

»Wir gucken in die Röhre«

Gütersloh (WB). Kein Telefon, kein Fernsehen, kein Internet! An der Molkereistraße in Gütersloh gucken 46 Haushalte schon seit 79 Tagen buchstäblich in die Röhre. Verantwortlich dafür sei alleine die Telekom, erklären sie. »Jetzt reicht es uns.«

Wolfgang Wotke

Bei Heinke und Lothar Börs, Paul Kämper, Sybille Gnoth sowie Ilka Hoppe (von links) und anderen Bewohnern bleiben die Fernseher vorerst schwarz. Foto: Wolfgang Wotke

Festnetztelefone bleiben stumm, Fernsehgeräte schwarz und Internetanschlüsse sind ohne Verbindungen. »In unserer schnelllebigen und von Kommunikation geprägten Zeit ist das eigentlich undenkbar«, sagt Rentner Paul Kämper (75), der als erster Anfang August in seine Wohnung des neuen Gebäudekomplexes an der Molkereistraße 2 gezogen ist. Dort sind 46 schicke Eigentums- und Mietwohnungen (zwischen 60 und 110 Quadratmeter groß) sowie sechs Landenlokale entstanden. Bauherr ist die Firma Vorderbrüggen Bau GmbH aus Rietberg. Dessen Bauleiter Benedikt Schneider ist ebenso wie alle anderen Bewohner genervt und wettert: »Wir haben bereits zum Baubeginn vor zwei Jahren alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit pünktlich zum Einzug die technischen Voraussetzungen erfüllt sind. Fehlanzeige.«

Immer wieder vertröstet

Vor dem Projekt habe man durch einen städtebaulichen Vertrag von der Stadt Gütersloh auferlegt bekommen, dass die Neubauten mit Glasfaser (Breitband) versorgt sein müssten. Bei der Telekom habe man umgehend die Anschlüsse bestellt. Eine erste Bestätigung sei dann am 18. Oktober 2017 erfolgt, zwei Monate später habe der Telekommunikationsriese erklärt, dass alle Planungen abgeschlossen seien und dass Breitband bereits an der naheliegenden Carl-Bertelsmann-Straße verlegt sei. »Passiert ist bis heute nichts. Trotz Beschwerden sind wir immer wieder vertröstet worden«, schimpft Schneider. Einmal seien es Probleme mit der Infrastruktur hin zur Carl-Bertelsmann-Straße gewesen, ein anderes Mal habe es an Verteilerstationen oder Personalmangel gelegen.

Keine Antwort

Aber auch die Bewohner haben sich mit der Telekom kritisch auseinandergesetzt. »Wir haben früh genug Umzugsaufträge gestellt und etliche Male die Zustände hier beanstandet, auch schriftlich. Ohne Erfolg«, berichten Lothar Börs (71), Werner (67) und Ilka (66) Hoppe, Paul Kämper und Sybille Gnoth (67). »Wir sind stinksauer.«

Das WESTFALEN-BLATT hat bei der Telekom nachgefragt: »Wir kümmern uns sofort darum. Sie bekommen noch heute eine Rückmeldung«, verspricht eine freundliche Dame der Pressestelle in Bonn am Telefon. Antwort: Fehlanzeige. »Vielleicht klappt es mit den Anschlüssen ja bis Weihnachten?«, scherzt Sybille Gnoth.

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