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Umfrage: Trend zum Einkaufen beim Händler vor Ort zeichnet sich ab

Zum Endspurt in die City

Gütersloh (WB). Auswählen, klicken – bestellt: Wenn es um die Weihnachtsgeschenke geht, zeichnet sich in der Stadt offenbar eine Trendwende ab. Der Online-Einkauf scheint an Beliebtheit etwas verloren zu haben. Die am Freitag vom WESTFALEN-BLATT befragten Passanten tendieren (wieder) zum Kauf beim Händler vor Ort. Aber es gibt auch Kritik.

Carsten Borgmeier

Luis (21), Emma (18) und Luca (21, von links) aus Verl sind am Freitag in Gütersloh auf Geschenke-Jagd gewesen. Foto: Carsten Borgmeier

„Wir schütten uns nicht mehr mit Geschenken so zu wie früher, als die Kinder noch klein waren“, sagt eine 55-Jährige, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. „Klar, im Internet bestellen wir auch mal was, weil es in den meisten Fällen preisgünstiger ist. Aber in Gütersloh stimmt das Angebot noch, und auch Parkmöglichkeiten gibt es genug“, meint die Mutter eines 18-jährigen Sohnes, der dieses Mal mit einem neuen Handy unter dem Tannenbaum rechnen darf.

Auch Artur Glanz (41) ist mit seiner Tochter Julia (15) am Freitagmittag noch in der Fußgängerzone in verschiedenen Läden unterwegs, um die eine oder andere Kleinigkeit für den Heiligen Abend zu ergattern. „Wir waren bei Douglas, Christ, auch bei Spielwaren Witthoff“, berichtet der 41-Jährige, „was uns etwas fehlt, sind Bekleidungsgeschäfte. Da müssen wir aufs Internet ausweichen“, sagt Artur Glanz. Das Thema Parkplätze trifft die beiden nicht: „Wir nehmen meist das Fahrrad“, betont Julia, die auch viele Weihnachtsgeschenke für ihre Lieben selbst gebastelt hat.

Bei dem Einkaufsbummel machen Vater und Tochter noch kurz eine Pause auf dem Weihnachtsmarkt, den sie als „klein, aber fein“ bezeichnen.

Innenstadt habe an Vielfalt verloren

Dort sind auch Maik Guth (46), Martin Laakmann (51) und Alfons Heimeier (52) anzutreffen: Guth bekennt sich als Amazon-Fan: „Die Artikel sind deutlich günstiger als im stationären Handel, zudem ist die Auswahl größer. Gefällt es mir nicht, schicke ich es kostenfrei zurück.“ Ganz anders sieht das Kollege Laakmann: „Meine Weihnachtsgeschenke kaufe ich stets im Handel vor Ort. Anprobieren, anfühlen – das geht nicht online.“ Alfons Heimeier hingegen geht gar kein Risiko ein: „Meine Nichten und Neffen bekommen von mir Geld. Davon können sie sich kaufen, was sie möchten.“

Passant Bertram Münzer (67) bekennt sich ebenfalls zum stationären Handel. Aber: „Die Gütersloher Innenstadt hat an Vielfalt in den vergangenen Jahren stark nachgelassen, es fehlt an hochwertigen Geschäften. Das Angebot an Outlets und Filialen ist mir zu groß geworden. Der Kolbeplatz ist eine Katastrophe, dort ist doch gar nichts los. Das direkte Gegenteil ist der lebendige Dreiecksplatz“, meint der Gütersloher, der mit seiner Frau zum Bummeln immer häufiger nach Wiedenbrück, Rietberg oder Paderborn ausweicht.

Gutscheine weiter beliebt

Vom Handelsverband Ostwestfalen-Lippe zieht Foto-Kaufmann Rainer Schorcht für Gütersloh eine vorläufige Bilanz: „Wie jedes Jahr nehmen Frequenz, Umsatz und Verkehr in der Stadt stetig zu, je näher wir dem Weihnachtsfest kommen. Elektronik, Foto, Spielwaren, Düfte, Bücher und Schmuck sowie schenkbare Textilien waren meistgefragt. Bei Unsicherheiten sind auch Gutscheine enorm beliebt als variables Geschenk. Der Weihnachtsmarkt ist Treffpunkt, gut gelungen und findet regen Zuspruch. Die Umsatzerwartungen haben sich in den meisten Kollegenbetrieben erfüllt“, sagt Schorcht.

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