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Rüdiger Schulz ersteigert kleine Schätze des berühmten Schauspielers Pierre Brice

Zwei Flügeltüren von Winnetou

Gütersloh (WB). Karl-May-Fans haben ihn als Winnetou geliebt und verehrt. In Berlin ist jetzt der Nachlass des legendären Schauspielers Pierre Brice versteigert worden. Der Gütersloher Rüdiger Schulz (45), der ihm einst persönlich begegnet ist, hat mitgeboten. Dabei hat er kleine Schätze seines Kino-Helden ergattert.

Wolfgang Wotke

Alles richtig gemacht: Rüdiger Schulz präsentiert stolz den originalen Reisepass aus dem Nachlass von Winnetou-Darsteller Pierre Brice. Im Hintergrund wohl sein wertvollster Schatz: Zwei Flügeltüren des gebürtigen Franzosen, die bis vor kurzem noch in seinem Haus in Paris eingebaut waren. Schulz ist Brice begegnet und sagt über ihn: »Er war sehr charmant und hatte Ausstrahlung.« Foto: Wolfgang Wotke

Pierre Brice spielte die Rolle des Winnetou in elf Karl-May-Filmen. Mehr als eine Generation verbindet sein Gesicht mit dem berühmten Häuptling der Mescalero-Apachen. Der Schauspieler ist im Sommer 2015 im Alter von 86 Jahren verstorben. Doch sein Ruf lebt weiter. »Als ich hörte, dass das Berliner Auktionshaus Historia mehr als 1000 Stücke aus dem Nachlass versteigert, gab es für mich kein Halten mehr«, berichtet Rüdiger Schulz. Immerhin hat der Angestellte von Bertelsmann Pierre Brice 2007 nach Gütersloh geholt und mit ihm einen Gesprächsabend in der Gaststätte Müterthies veranstaltet. »Der war ausverkauft und ein voller Erfolg.«

Perücke, Drehbücher, Verträge

Von der Winnetou-Perücke über Drehbücher, Verträge und Kostüme bis zum Bambi, das später für 7000 Euro unter den Hammer kam (Schulz: »Das war viel zu teuer«) konnten seine Fans alles ersteigern. »Teile es mit denen, die mich lieben«, sei der letzte Wunsch ihres Mannes gewesen, sagte Hella Brice.

Als ein Sprinter aus Berlin seine ersteigerten Gegenstände nach Gütersloh bringt, ist seine Freude groß: »Ich staune immer noch, was ich da für kleines Geld bekommen habe«, meint Rüdiger Schulz, der ganz besonders auf zwei alte Flügeltüren stolz ist, die bis vor kurzem noch im Haus des französischen Schauspielers in Paris eingebaut waren. Diese lässt er bei Malermeister Udo Hensdiek in Gütersloh restaurieren und will sie dann in seinem eigenen Zuhause einbauen. »Genau davon habe ich lange geträumt, denn ich sammele französische Antiquitäten.« Für die Türen hat er 160 Euro bezahlt, für zwei wunderschöne chinesische Vasen ganze 70 Euro. Schulz scherzt: »Wenn ich in ein Gartencenter fahre, bekomme ich ähnliche Behälter. Aber die sind eben nicht von Pierre Brice.«

Silberbüchse erzielt den höchsten Preis

Schon vor drei Jahren gab es eine erste Auktion aus dem Besitz des gebürtigen Franzosen. Damals kam mehr als eine halbe Million Euro zusammen, ein großer Teil des Erlöses sollte einem guten Zwecke zugeführt werden. Die legendäre Silberbüchse hat damals den höchsten Preis erzielt: 65.000 Euro wurden für den Nachbau des Film-Originals gezahlt.

Nun also die zweite Auktion. Winnetou steht wieder im Mittelpunkt und lässt so manches Sammler-Herz höher schlagen. Zwölf Stunden lang hat Schulz ausgeharrt, um an Exponate zu gelangen. Es hat sich gelohnt. Am Ende hat er nicht nur den originalen Reisepass und signierte Indianerbücher, sondern auch ein Geschenk vom wohl berühmtesten Schauspieler Frankreichs, Alain Delon, an den einstigen Winnetou-Darsteller ersteigert: einen Schal von Louis Vuitton.

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