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Iren spielen unter anderem ihr 25 Jahre altes Album „Over the Hump“ in Halle

6100 feiern mit den „Kellys“

Halle (WB). Feuer, Lichtfontänen, Glitzer und jede Menge Konfetti aus Kanonen – die Kunst der Inszenierung beherrscht die Kelly Family perfekt. Dass sie nach all den Jahren auch noch stimmlich und musikalisch viel zu bieten hat, bewies die irische Sippe nun bei ihrem Auftritt in der OWL-Arena. „Beim letzten Mal hieß das noch Gerry-Weber-Stadion. OWL heißt dann wohl so viel wie Ostwestfalen...“, vermutet Jimmy Kelly, und die 6100 Fans rufen ihm wie aus einer Kehle ein freudiges „Lippe!“ zur Komplettierung der Abkürzung entgegen.

Kerstin Panhorst

Die „Kellys“ (hier Sängerin Patricia) waren am Freitagabend mal wieder in Halle und begeisterten ihr Publikum.  

Nicht nur geografisch sind die Besucher bestens vorbereitet, viele haben Plakate gebastelt, leuchtende Herzen angefertigt oder sich blinkende Kopfbedeckungen aufgesetzt. Wer noch reinpasst, hat das alte, grüne Fanshirt aus der Mottenkiste geholt, das er 1994 zur Veröffentlichung des achten Studioalbums „Over The Hump“ erwarb. Mit Hits wie „An Angel“, „First Time“ und „Santa Maria“ verkaufte es sich über vier Millionen Mal und ist damit der bisher erfolgreichste Longplayer der Kellys, der ihren Aufstieg von Straßenmusikern zu Megastars einleitete. Zu Ehren dieses kommerziellen Erfolgs, der zum Durchbruch der Band im deutschsprachigen Raum führte, sind die irischen Barden auf großer „25 Years - Over the Hump“-Tournee.

Und auch in Halle erweist die musikalische Familie dem Album die Ehre und spielt es in der Reihenfolge der original Tracklist komplett im ersten Teil der Show.

Gleich zu Beginn wirft sich Joey Kelly dafür in einem ungewohnten Glitzeranzug in Rockstarpose im Scheinwerferlicht und legt los mit dem Hit „Why Why Why“. Und John Kelly muss nur die erste Zeile von „An Angel“ anstimmen um ein Raunen im Publikum zu provozieren, das sich zu lautem Jubel steigert, sobald alle das Lied erkennen. Jedes der Geschwister bekommt seinen Soloauftritt, von Kathy, die sich als regelrechte Rockröhre im Politikerinnenoutfit entpuppt, über Patricia, die viel Gefühl in die Balladen legt, den folklastigen Jimmy und seine Gitarre oder auch Angelo Kelly mit esinem Schlagzeugsolo. Viel Applaus gibt es auch für Paul Kelly, der in den Erfolgsjahren nicht Teil der sich im Schottenrock mit traditionellen Weisen und einem Hauch von Riverdance als vollwertiges Mitglied der Band behauptet.

Im zweiten Teil des Konzerts stehen zudem die großen Hits auf dem Programm, „Nanana“ und „Fell in love with an Alien“ dürfen nicht fehlen, und musikalisch sowie metaphorisch gibt es sogar eine Wanderung über den Jakobsweg in „El Camino“, ein symbolträchtiges Bild für die Karriere der Kelly Family. „Jeder von euch hat diese Reise mit uns gemacht und wir sind dankbar, dass ihr immer noch dabei seid!“ ruft John den Besuchern zu, bevor er über einen Laufsteg zwischen ihnen hindurch eilt und dann stellvertretend für alle Geschwister Hände schüttelt und Fans umarmt zum Zeichen dieser Dankbarkeit.

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