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Nach Corona-Infektionen im Altenzentrum Eggeblick ist am Freitag auch die Gesamtschule betroffen

Am Klinikum „knirscht“ es schon

Halle

Das diffuse und kaum noch nachvollziehbare Virus-Geschehen hat am Freitag mit der Gesamtschule Halle eine weitere öffentliche Einrichtung getroffen. An der Schule sind in Kreisen der Mitarbeiter vier Infizierte aufgetreten, was am Freitag zur Absage des letzten Restes an Präsenzunterricht führte, obwohl dieser zuletzt ohnehin kaum noch erteilt worden war. Auch das Altenzentrum Eggeblick kämpft weitere gegen die Ausbreitung des Corona-Virus im Hause, nachdem vor einer Woche vier Infektionen festgestellt worden waren. Bislang läuft die Eindämmung im laufenden Pflegebetrieb erfolgreich.

Stefan Küppers

Blick auf das Altenzentrum Eggeblick, in dem sich die Zahl von vier Infizierten seit einer W Foto: Küppers

Alten- und Pflegeheime gelten als besonders gefährdete Bereiche, weshalb Eggeblick-Heimleiterin Marion Westerbarkei sehr froh ist, dass die laufenden und sich ständig wiederholenden Testungen bislang keine neue Infektionen im Haus gezeigt haben. Am Freitag war das Gesundheitsamt des Kreises Gütersloh im Altenzentrum und nahm Abstriche von allen Personen in dem betroffenen Wohnbereich. In dem unter völliger Abschirmung befindlichen Bereich leben laut Marion Westerbarkei 36 Bewohner, um die sich 21 Mitarbeiter(innen) kümmern. Die Ergebnisse dieser laborgeprüften Testungen werden in zwei bis drei Tagen vorliegen. Unabhängig davon werden im Eggeblick zur Sicherheit jeden Tag Schnelltestungen durchgeführt (auch am Wochenende), um eventuelle Neuinfektionen schnellstmöglich erkennen zu können.

Lage im Altenzentrum hat sich bisher nicht verschlechtert

Nach Auskunft der Einrichtungsleiterin hat sich der Zustand der vier Infizierten im Laufe der Tage nicht verändert. Zwei infizierte, hoch betagte Herren zeigten dabei ebenso wenig Symptome wie eine infizierte Mitarbeiterin, die mit Anfang 60 ebenfalls schon zur Risikogruppe gehört. Eine über 80-jährige Dame ist mit unklaren Symptomen ins Haller Krankenhaus eingeliefert worden.

Mittlerweile liegen zehn Corona-Patienten im Klinikum Halle

Das Klinikum an der Winnebrockstraße versorgt mittlerweile zehn Covid-19-Patienten auf einer isolierten Station, informiert Klinikum-Sprecher Axel Dittmar. Insgesamt versorge das Klinikum mit den Standorten Halle, Rosenhöhe und Bielefeld 48 Corona-Patienten. 16 von ihnen liegen auf der Intensivstation in Bielefeld, wo sie bewusst konzentriert werden. Insgesamt hat die Intensivstation in Bielefeld-Mitte 40 Plätze. „Wir müssen auf unsere Intensiv-Kapazitäten aufpassen“, verdeutlicht der Sprecher.

Dittmar zufolge bleibt die kleine Intensivstation in Halle (vier Betten) für Fälle ohne Covid-19 vorbehalten. Insgesamt sei auch in Halle das normale Operationsgeschäft zurückgefahren worden, Notfälle und die Operationen bei schweren Erkrankungen liefen jedoch weiter.

Besuchsverbot im Klinikum gilt auch an Weihnachten

Die erhöhte Vorsicht ist angebracht wie der aktuelle Corona-Ausbruch mit mehr als 40 Infizierten (Patienten und Mitarbeiter) am städtischen Klinikum Gütersloh zeigt. Die Belastung der Kollegen im Dienst sei jetzt schon enorm, verdeutlicht Dittmar und legt Interessierten einige Youtube-Videos mit Aussagen Beschäftigter nahe, die über die Homepage des Klinikums abrufbar sind. Mit Blick auf die Dienste an den Feiertagen sagt Dittmar: „Es geht noch, aber es knirscht schon sehr.“ Das Pandemie bedingte Besuchsverbot für Patienten durch Familie oder Freunde gilt übrigens auch an Weihnachten, lediglich bei lebensbedrohlichen Lagen könne es Ausnahmen geben. Das Klinik-Personal bemühe sich aber sehr, digitale Kontakte zum Beispiel über Facetime-Messenger (Übertragung von Bildern) zu ermöglichen, so Dittmar.

Gesamtschul-Direktorin musste in Quarantäne

Auf lediglich Online-Kontakte war am Freitag auch Halles Gesamtschuldirektorin Almuth Burkhardt-Bader angewiesen, die sich als Kontaktperson zu einer infizierten Kollegin jetzt in der häuslichen Quarantäne wiederfand. Zuletzt waren zwei Schüler aus der achten Jahrgangsstufe mit Corona infiziert, die in diesem Alter aber seit einer Woche aufgrund der Regeln in NRW ohnehin keinen Präsenzunterricht in der Schule mehr erteilt bekommen. Hinzu kamen jetzt vier weitere Positivfälle aus der Schulgemeinde, die zu einer Pennäler-freien Gesamtschule am letzten Tag vor den Ferien führte.

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