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Drei Jahre nach der Schließung wird das Inventar der Krankenhaus-Küche veräußert

Ausverkauf mit Nostalgiefaktor

Halle  (WB). Mit den Rührgeräten und Kochlöffeln ist einst die Suppe für mehr als 300 Menschen zubereitet worden. Vom Geschirr haben die Patienten gegessen. Riesige Speiseölbehälter, Küchenmobiliar mit Schütten und Fächern für Zutaten und Gewürze, Warmhaltewagen und vieles mehr aus der Küche des Klinikums Halle ist am Samstag bei einem Flohmarkt des Fördervereins veräußert worden – mit besonderem Nostalgiefaktor und großer Resonanz.

Eische Loose

Ob Registrierkasse, Behältnisse, Ablage, Kaffeekannen – alles muss weg: Beim Flohmarkt des Fördervereins der Haller Klinik standen die Besucher schon ganz früh Schlange, um sich die besten und schönsten Stücke zu sichern. Fotos: Eische Loose Foto:

Die Küche im Haller Krankenhaus gibt es nicht mehr, gekocht wird jetzt nur noch zentral in Bielefeld. Die Schließung der Krankenhausküche ist manchen Hallern leid abgegangen. Mehr als 60 Interessierte waren auf der Suche nach Schnäppchen und nach Praktischem für den eigenen Hausgebrauch gekommen. Sehr pünktlich reihte sich die Schlange auf. Denn unter Corona-Hygienemaßgaben mussten sich die Besucher des Flohmarkts zunächst an der Beschilderung entlang hangeln, die sie hinter die Notaufnahme in den Garten des Klinikums führte.

Zwischen Kannen und Backformen

Die begehrtesten Groß-Teile sind natürlich schon lange weg. Vieles aus der vor drei Jahre geschlossenen Küche ist sogar in der Zentrale im Bielefelder Klinikum Mitte gern aufgenommen worden. Doch es ist neben den Herden und Riesentöpfen doch so einiges übrig geblieben. Zudem hatten die eifrigen Fördervereinsmitglieder auch noch das kleine Lager auf dem Dachboden entdeckt. Mit all diesen Schätzchen hatten sie den Flohmarkt bestückt.

Zu den Kannen, Backförmchen, Schneidebrettern aus Holz, Dosen, Gläsern und Bestecken waren daher noch einige Schränke, Baby-Bettchen, Bücher und Dekoartikel für Weihnachten und andere Anlässe zusammen gekommen, sogar Tücher im typischen OP-blau sind dabei. Neugierig wanderten die Besucher durch die wenigen, aber dicht belegten Reihen vor und im Schulungsraum im Garten der Dialyse-Station.

Fast niemand ging, ohne einen Fund gemacht zu haben. Meist waren die Käufer aber richtige „Groß-Täter“. So sicherte sich eine Familie nicht nur einen alten fahrbaren Schrank mit Fächern für Gewürze und Grieß. Kaum war der Preis verhandelt, landete schon eine Kiste auf der Ablage. Darin waren die Fundsachen der anderen Familienmitglieder. Auch andere Besucher luden Kiste um Kiste voll. »Schließlich ist das ja alles unkaputtbar«, tauschten sich die Besucher untereinander aus.

Zum Glück waren die strapazierfähigen Objekte in reichlicher Anzahl im Angebot, so dass jeder seine Thermoskanne bekam.

Für alles Liebhaber gefunden

Fördervereinsvorsitzende Annette Gontek, Maria Heckmann, Doreen Rath, Isabella Kemner, Tanja Thesing und Christiane Tuxhorn freuten sich daher sehr. Bei einigen Dingen waren sie selbst sehr unsicher, ob sich ein Liebhaber finden würde. Doch Bücher, die noch in ihrer originalen Hülle stecken, kommen auf jeden Fall gut an. Und insbesondere die größeren Objekte hatten schnell ihre Abnehmer.

Dabei fanden sich sogar einige Klinikumsmitarbeiter in ihrer Pause beim Flohmarkt ein. Ihr besonderes Interesse galt Rollstühlen und Schwesternhemden, Bildern und Rahmen und natürlich den verschiedenen Warmhalte-Geschirren. Zwar tröpfelt es nach dem großen Andrang am frühen Morgen später etwas. Doch das große Sparschwein war am Ende gut gefüllt.

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