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Als neuer Chef in Künsebeck kündigt Dr. Sven Remmerbach Millioneninvestitionen an

Baxter baut Marktposition aus

Halle (WB). Vom Jungakademiker zum Chef von 780 Mitarbeitern: Die Karriere von Dr. Sven Remmerbach erinnert ein bisschen an den amerikanischen Traum vom Tellerwäscher bis zum Millionär. Aber der neue Werkleiter von Baxter Oncology in Künsebeck und Brackwede ist kein Selfmade-Mann, sondern hat die erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens seit fast 20 Jahren ganz eng begleitet. „Unser Standort ist auf Wachstum gepolt“, sagt er und freut sich über eine noch ganz frische Zusage für weitere Zukunftsinvestitionen.

Klaudia Genuit-Thiessen

Der Standort Künsebeck ist „auf Wachstum gepolt“, sagt Dr. Sven Remmerbach. Der gebürtige Wertheraner glaubt an kontinuierliche Optimierung der Produktion. Im Produktionsgebäude (hinten) sollen neue Anlagen Platz finden. Foto: Genuit-Thiessen

Erst 2015 hat Baxter einen 75-Millionen-US-Dollar teuren Anbau mit drei Gefriertrocknungen in Betrieb genommen. Dort können weitere Anlagen eingebaut werden. Dr. Remmerbach: „Neun von den 20 bis 30 Millionen, die wir für die nächsten Jahre im Fokus haben, sind jetzt gerade bewilligt worden.“ Genug Platz für weitere Gebäude gibt es noch auf dem 153.000 Quadratmeter großen Firmengelände.

Top-Pharmaunternehmen als Partner

Das Pharma-Unternehmen gehört bekanntlich weltweit zu den größten Herstellern von Medikamenten, die als Zytostatika in der Krebstherapie eingesetzt werden. „In der Gefriertrocknung steckt unsere Expertise – und darum arbeiten wir mit 14 von 20 Top-Pharmaproduzenten zusammen“, sagt der 48-Jährige nicht ohne Stolz, dass die Kunden das Baxter-Rundum-sorglos-Paket weltweit zu schätzen wissen und viele von ihnen das Knowhow der Lohnherstellung nutzen. Seit 2003 hat Baxter das Geschäftsfeld ausgebaut und sich zu einem Partner der Marktführer entwickelt. Dr. Remmerbach: „Wir produzieren über 80 verschiedene Krebsmedikamente. Bei vielen sind wir weltweit einziger Hersteller.“ Zudem gibt es noch die selbst entwickelten Krebsmedikamente, die heute noch als Basis für viele Chemo-Cocktails dienen.

Qualität und Effizienz sind für den neuen Werkleiter zwei Bausteine des Erfolgs. „Ich glaube ganz fest daran, dass man die Produktion kontinuierlich optimieren kann“, verweist er auf ein Green-Belt-Lean-Zertifizierungssystem im Unternehmen.

Mit dem Mountainbike durch den Teuto

Das hat der gebürtige Wertheraner, der als zweiter Jahrgang am Ev. Gymnasium das Abitur abgelegt und dann den Zivildienst am Altenheim in Werther geleistet hat, schon von seinem Vor-Vorgänger übernommen. Bei Dr. Burkhard Wichert, der 2016 nach Zürich gewechselt ist, ist der studierte Apotheker, der in Technologischer Pharmazie in Münster promoviert hat, 2001 als Trainee gelandet, als Young Professionel, wie es heute heißt. Weil in Künsebeck damals groß ausgebaut wurde, kam alles anders als gedacht. Statt klassisch alle Stationen zu durchlaufen hatte Sven Remmerbach die Chance, seine Stärken zu zeigen. Und ziemlich schnell Produktmanager zu werden. Mit Dr. Wichert verbindet den Chef in Künsebeck, der mit Lebensgefährtin und neunjährigem Sohn in Bielefeld lebt, die Vorliebe für den Sport: Beide lieben das Mountainbike-Fahren im Teuto.

Zurück zu Baxter: Nicht nur die Gefriertrocknungskapazität soll wachsen. Das Unternehmen will bis 2023 auch in den Ausbau der Flüssiglinie investieren. Ziel ist es, die Anlagen gut auszulasten. Zugute kommt dem Unternehmen deshalb inzwischen, dass es so viele Kunden hat, dass es den Bedarf analysieren kann – und zwar vor hohen Investitionen.

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