1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Halle
  6. >
  7. Benzin im Tank und Blues im Blut

  8. >

15. Rhythm’n’Blues-Festival in Halle: Nach Pannen bei der Anreise Stimmung im Saal

Benzin im Tank und Blues im Blut

Halle (WB). Wenn die Show erst läuft, kann auch Peter Schulte am Tisch Platz nehmen und genießen. Vor der 15. Auflage des Rhythm’n’Blues-Festivals in Halle hatte der Macher und Erfinder der Veranstaltung aber kaum Zeit zum Durchatmen. Erst hatte die Blues Company aus Osnabrück bei der Anreise gleich zwei Pannen. Und Andy Fairweather Low wollte keineswegs als Letzter auftreten, weil er noch in der Nacht weiterreisen wollte.

Klaus-Peter Schillig

Britischer Gentleman: Andy Fairweather Low ist ein brillanter Gitarrist und ein humorvoller Unterhalter mit großer musikalischer Vergangenheit. Foto: Klaus-Peter Schillig

So wurde das »Line up«, wie die Reihenfolge der Auftritte im Fachjargon genannt wird, noch einmal umgeschmissen. Die Osnabrücker rückten an den Schluss, Andy Fairweather Low an die zweite Stelle. »Tosho« Todorovic und seine Truppe waren pünktlich genug vor Ort, obwohl ein Lkw mit Benzin statt Diesel betankt worden war und es unterwegs noch einen kleinen Auffahrunfall gegeben hatte. Schweren Herzens übernahm er aber doch den Schlusspart.

Vater und Sohn auf der Bühne

Für die echten Blues-Fans eine lange Wartezeit, denn erst vor den Osnabrückern kam der eigentliche Star des Abends auf die Bühne. Walter Trout, einer der weltbesten Blues-Gitarristen, hat nach schwerer Krankheit wieder eine CD mit vielen musikalischen Freunden auf dem Markt. Von denen konnte er nur einen mitbringen: sein Sohn Jon ist erstmals mit auf Europa-Tournee gekommen. Vater Walter begrüßte die Fans schon wie alte Kumpel, immerhin ist er schon »the third time on this wonderful Festival«. Und er legte den Zuschauern nach begeisterndem Auftritt und viel Applaus noch ein dringendes Anliegen ans Herz: sich als Organspender registrieren zu lassen. Er selbst hat ja nur durch eine Lebertransplantation überlebt.

Let’s work together

Der Blues Company war die ungeplante Wartezeit bis zum Auftritt zu mitternächtlicher Stunde nicht anzumerken. Im Gegenteil: »Tosho« sprühte vor Spielfreude und hatte gleich zwei Botschaften mitgebracht: Nach 41 Jahren und Konzerten in vielen Ländern »können wir inzwischen von der Musik leben«, sagte der Band-Chef. Und musikalisch verpackt den Aufruf zu mehr Solidarität in der Welt – mit dem alten Canned-Heat-Hit »Let’s work together«.

New Yorker Frauen heizen ein

Eingeheizt wurde den gut 1500 Zuschauern im Gerry-Weber-Event-Center von der New Yorker Frauenband Jane Lee Hooker, die sich nicht umsonst nach der Blues Legende John Lee Hooker benannt hat. Die Ladies um Sängerin Dana »Danger« Athens interpretiert den Blues allerdings viel kräftiger und lauter als der Altmeister. Da ging schon gleich zu Beginn die Post ab. Und stimmungsmäßig setzte Andy Fairweather Low dann gleich danach noch einen drauf. Noch ein Altmeister, der die Fans mitnahm auf eine musikalische Zeitreise bis zurück zu den Hits der 60er Jahre. »If Paradise is half as nice« können immer noch alle mitsingen.

Startseite
ANZEIGE