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25 Jahre Partnerschaft mit Valmiera: Haller Delegation erlebt Festakt mit

Beste Aussichten für die Zukunft

Halle/Kreis Gütersloh(WB). Mit schwungvollen Tanzvorführungen, bewegenden Worten und besten Zukunftsaussichten ist am Wochenende das 25-jährige Bestehen der Partnerschaft zwischen dem Kreis Gütersloh und den Gemeinden im ehemaligen Kreis Valmiera gefeiert worden. Eine Delegation aus Halle bekam zudem in Valmiera selbst Gelegenheit, sich von der enormen Entwicklung zu überzeugen.

Klaus-Peter Schillig

Mitreißende Tanzvorführungen beim Festakt begeistern vor allem die Zuschauer aus dem Kreis Gütersloh. Mimik, Witz, Athletik – in Lettland ist Tanzen fast Nationalsport. Kinder bekommen es quasi schon in die Wiege gelegt. Foto: Klaus-Peter Schillig

»Ich saß in dem kleinen Bus mit sieben Leuten, der damals nach Deutschland gefahren ist«, erinnerte sich Andris Berzins an die Suche nach einem starken Partner für den Start in Demokratie und Wirtschaftsaufschwung. Der frühere Abgeordnete Valmieras im Parlament war bis 2015 Staatspräsident Lettlands und einer der Redner beim Festakt, an dem allein eine 60-köpfige Delegation aus dem Kreis Gütersloh teilgenommen hat. Berzins rief dazu auf, auch die eigenen Kinder mit in die Partnerschaft einzubeziehen, damit die das 50. Jubiläum erleben. »Das wird stattfinden, davon bin ich überzeugt.«

Mutige Letten

Landrat Sven-Georg Adenauer würdigte vor allem den Mut auf beiden Seiten, vor 25 Jahren eine Partnerschaft zwischen Ostwestfalen und einem Stück des Baltikums zu beginnen. Er blickte zurück auf den lettischen Willen zur Freiheit und diese selbst zu gestalten. »Hat das nicht dazu geführt, dass Lettland heute in Europa sogar Vorbild ist? Die Letten haben es mutig angepackt.«

Mit Hilfe aus dem Kreis Gütersloh sind die Hörgeschädigtenschule gegründet, das Altenheim und das Krankenhaus in Maszalaca saniert worden, außerdem sind Feuerwehr und Rettungsdienst mit Spenden und Unterstützung aus OWL aufgebaut worden.

Spenden willkommen

Inzwischen sind auch städtische Partnerschaften entstanden. Halle ist verbunden mit Valmiera, Harsewinkel mit Maszalaca und ganz frisch auch Borgholzhausen mit Naukseni. Die Haller beispielsweise erfuhren am Samstag bei ihrem Besuch in der Suppenküche in Valmiera, dass die Zahl der bedürftigen Kinder zurückgegangen ist.

Leiterin Gaida Perka und ihr größtenteils ehrenamtliches Team müssen aber weiterhin bis zu 70 Kinder aus armen Familien versorgen und betreuen. Die Spende von 1070 Euro, die Vize-Bürgermeister Dieter Baars übergeben hat, ist deshalb hoch willkommen, um Ferienfreizeiten oder Lernangebote durchführen zu können.

Geringes Einkommen

Trotz der enormen wirtschaftlichen Entwicklung in Valmiera mit einer Arbeitslosenquote von nur 4,2 Prozent gibt es doch viele Familien, die am Existenzminimum leben. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen liegt nur bei knapp 14000 Euro, die Preise sind aber fast auf westeuropäischem Niveau. Und Sozialhilfe wie in Deutschland gibt es in Lettland nicht. Da muss die Familie sich selbst über Wasser halten.

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