1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Halle
  6. >
  7. Briefumschläge sollen vor Betrug schützen

  8. >

Kreissparkasse Halle führt Warnsystem bei der Abhebung von größeren Bargeldbeträgen ein

Briefumschläge sollen vor Betrug schützen

Halle

"Haben Sie diesen Geldbetrag abgehoben, weil Sie angerufen worden sind? Sollen Sie Ihr Geld noch heute übergeben?" Dies sind nur zwei von insgesamt sechs Fragen, die Kundinnen und Kunden der Kreissparkasse Halle ab sofort lesen werden, wenn sie große Summen Bargeld am Schalter abheben. So soll verhindert werden, dass sie auf eine Betrugsmasche hereinfallen.

Präsentieren die neuen Schutzmechanismen vor Betrugsversuchen: Vorstandsmitglied Daniel Kreuzburg, Polizeihauptkommissar Alexander Franke (Bezirksdienst Halle), Bereichsleiter Privatkunden Benedict Konrad und Kriminalhauptkommissar Marco Hein (Polizei Gütersloh). Foto: Kreissparkasse Halle

Enkeltricks und Schockanrufe sind auch im Kreis Gütersloh keine Seltenheit mehr. Service-Mitarbeiter(innen)  der Kreissparkasse Halle sind deshalb gut geschult und angehalten, Kunden über etwaige Betrugsversuche aufzuklären. Dennoch gelingt es vielen Kriminellen nach wie vor, Menschen um ihr Geld zu bringen. Nicht selten bearbeiten die Anrufer ihre Opfer am Telefon über einen langen Zeitraum und geben ihnen genaue Anweisungen, was sie bei der Abbuchung des Geldes sagen sollen, damit Mitarbeiter keinen Verdacht schöpfen. Deshalb hat die Kreissparkasse nun ein weiteres Instrument zur Prävention eingeführt: Große Summen Bargeld werden am Schalter künftig in einem Briefumschlag übergeben, der über Betrugsmaschen aufklärt und  Kunden helfen soll, sich und ihr Geld zu schützen.

Der Umschlag ist von der Polizei im Kreis Gütersloh entworfen worden

Der Geldumschlag, entworfen von der Polizei im Kreis Gütersloh, stellt Fragen zu den Umständen der jüngst abgehobenen Summe, etwa ob das Geld einer unbekannten Person übergeben werden soll oder der Anrufer sich als Angehöriger ausgegeben hat. Kann der Kunde zwei der insgesamt sechs Fragen mit „Ja“ beantworten, soll er die Polizei verständigen. Die Idee stammt von Kriminalhauptkommissar Marco Hein, denn selbst durch Präventivarbeit und geschickt geführt Kundengespräche am Schalter, gelingt es nicht immer, die Menschen vor einem Betrug zu schützen: „Leider verschweigen viele Opfer den Grund der Geldabhebung oder sagen bewusst die Unwahrheit. Dann ist es für die Bankmitarbeiter kaum möglich, den Betrugsversuch zu erkennen und ihre Kunden zu schützen. Hier kann der Briefumschlag die Taterkennung erleichtern.“

Daniel Kreuzburg, Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Halle, begrüßt die Idee des Kommissars: „Durch die Idee von Herrn Hein führen wir eine weitere Hürde für Kriminelle ein, arglosen Menschen zu schaden und sie um ihr hart erwirtschaftetes Geld zu bringen. Als die Polizei Gütersloh mit der Idee auf uns zukam, war uns klar, dass wir die Umschläge verwenden werden.“

Zusätzlich Warnkarte für Schließfächer eingeführt

Parallel zu dem Briefumschlag führt die Kreissparkasse Halle zusätzlich eine Warnkarte für Schließfächer ein. Diese funktioniert nach demselben Prinzip, wie Benedict Konrad, Bereichsleiter Privatkunden, erläutert: „In vielen Geschäftsstellen können Kunden bereits ohne einen Mitarbeiter  ihre Schließfächer öffnen. In diesen Situationen entfallen diese als letzte Instanz zum Schutz vor Betrugsversuchen. An diese Stelle tritt nun die Warnkarte. Die darauf stehenden Fragen sind, wie schon bei den Briefumschlägen, so konzipiert, dass die Kunden selbstständig einen Betrugsversuch erkennen und vereiteln können.“

Startseite
ANZEIGE