1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Halle
  6. >
  7. Bürgerinitiative will keine dritte Planung für die Alleestraße

  8. >

Für die Förderungsfähigkeit von einem neuem, separiertem Radweg reicht die Kfz-Belastung auf der Alleestraße derzeit nicht aus

Bürgerinitiative will keine dritte Planung für die Alleestraße

Stefan Küppers

Dichter Verkehr auf der Alleestraße: Doch gefördert würde nur ein Radfahrschutzstreifen im Fahrbahnbereich. Foto: Küppers

Halle(WB). Nicht auch noch eine dritte Vorplanung durch das Büro Kaulen! Auf diesen Nenner lässt sich die Meinungs- und Stimmungslage bei der Bürgerinitiative Alleestraße zusammenfassen. Bei einer mit 35 Teilnehmern gut besuchten Strategiesitzung der Bürgerinitiative im Restaurant Hollmann am Montagabend war die bei Aufsichtsbehörden durchgefallene zweite Vorplanung des Büros Kaulen das Hauptgesprächsthema.

Wie berichtet, haben das Straßenverkehrsamt, die Kreispolizeibehörde und die Bezirksregierung die vorliegende Planung in wesentlichen Punkten kritisiert .

Gedankenspiele im Rathaus führen aus der Initiative in die falsche Richtung

Das Rathaus will nun kurzfristig eine weitere Planungsvariante in Auftrag geben, die als zentralen Punkt einen beidseitigen Fahrradschutzstreifen im Fahrbahnbereich vorsieht. Nach den vorgegebenen Regeln für Radverkehrsanlagen (ERA) sind separierte Radwege, wie sie es derzeit in einem nicht benutzungspflichtigen Zustand an der Alleestraße noch gibt, bei einem Neubau erst ab Verkehrsmengen von 18.000 Kfz am Tag möglich. Demzufolge müsste sich das derzeitige Pkw-Aufkommen auf der Alleestraße beinahe verdoppeln, um für Radwege als separierte Nebenanlagen auch Fördermittel zu erlangen. Das gleiche Problem gilt demnach übrigens auch für die B68 in der Ortsdurchfahrt. Auch hier werden die erwähnten Verkehrsmengen-Vorgaben nicht erreicht, weshalb die bislang vorliegende Planung für einen beidseitigen, kombinierten Geh/Radweg von drei Meter Breite ebenfalls von besagten Behörden hinterfragt worden ist.

Für die Bürgerinitiative Alleestraße führen die sich abzeichnenden Gedankenspiele einer weiteren Einzelplanung in die falsche Richtung. Sinnvoller sei es Entwicklungen und weitere Verkehrszählungen abzuwarten und stattdessen mit Bürgerbeteiligung einen Generalverkehrsplan mit der Betrachtung von ganz Halle zu entwickeln. Dazu gehöre auch das Attraktivieren von Radverkehrswegen durch weniger belastete Stadtbereiche. Sprecher Helmut Rose verweist für das Zusammen- und Auswirken von Maßnahmen beispielhaft auf den Künsebecker Weg. Dessen Herausnahme aus dem Vorbehaltsnetz bei gleichzeitiger Anordnung von Tempo 30 habe dafür gesorgt, dass dieser weniger als früher als Ausweichstrecke genutzt werde und Verkehre sich stattdessen auf Alleestraße und B68 verlagert hätten.

Bürgerinitiative hinterfragt auch Verkehrsprognosen des Büros IVV

In diesem Zusammenhang hinterfragt die Bürgerinitiative auch die bisherigen Verkehrsprognosen des von der Stadt beauftragten Fachbüros IVV. Die Prognosen wichen nämlich von den tatsächlich gezählten Verkehren erheblich ab.

Schließlich stellt die Bürgerinitiative eine Feststellung des Straßenverkehrsamtes heraus, wonach der derzeitige Zustand der Alleestraße nach den bereits erfolgten Verbesserungsmaßnahmen Bestandsschutz genieße. Ein Umbau sei gar nicht nötig, es reiche aus, die Nebenanlagen instand zu setzen, so die Initiative.

Startseite
ANZEIGE