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Weitere Projekte zur massiven Wassereinsparung werden entwickelt

Das sagt Storck zu Wald und Wasser

Halle (WB). Über mehr als zwei Stunden sind im Haller Eventcenter vor den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses sowie und 160 Besuchern der Sitzung die Erweiterungspläne der Firma Storck im Zusammenhang vorgestellt worden. Stadtplaner Dirk Tischmann schilderte die nächsten Schritte und machte deutlich, dass auch bei der Planoffenlage im Herbst Bürger weitere Einwendungen einreichen können. In diesem Zusammenhang betonte Tischmann, dass einige Einwände gegen die beteiligten Wasser- und Umweltgutachter und gegen deren fachliche Neutralität zu weit gingen und sich unter der Gürtellinie befänden.

Stefan Küppers

Dr.Ing. Marc Lörcher, Technischer Direktor bei Storck, stellt vor dem Haller Haupt- und Finanzausschuss unter anderem Pläne des Unternehmens zur massiven Einsparung von Grundwasser vor. Foto: Stefan Küppers

Storck ist bei Mitarbeitern in letzten zehn Jahren um mehr als 50 Prozent gewachsen

Storck-Prokurist Boris Bödecker nutzte die Gelegenheit, um grundlegende Entwicklungen bei Storck im Zusammenhang aufzuzeigen. So ist die Zahl der Mitarbeiter in Halle seit 2010 um mehr als 50 Prozent gewachsen (von 2066 in 2010 auf aktuell 3205). Nach 70 Jahren Storck in Halle fühle das Unternehmen sich als Teil dieser Stadt, stoße beim Standort aber jetzt an Grenzen. Bödecker verdeutlichte, warum kleinere Nachverdichtungen oder nachträgliche Gebäudeaufstockungen nicht möglich seien. Der Ausbau zu einem Verbundstandort solle die langfristige Zukunft sichern. Auf vorgetragene Einwände, dass Wachstum Grenzen brauche, erwiderte er: „Wenn Politiker vor 40 Jahren beschlossen hätten, kein Wachstum mehr zuzulassen, wie sähe dann der Standort Halle wohl heute aus?“

Großer Teil des betroffenen Waldgebietes bleibt auch nach Erweiterung bestehen

Bödecker verdeutlichte, dass insgesamt sieben Hektar Wald von der Erweiterung betroffen seien, im Gegenzug dafür aber gut fünf Hektar artenreicher Wald dauerhaft an die Natur zurückgegeben werde. Diese gesicherte Waldfläche nördlich der Margarete-Windthorst-Straße fungiere auch als Verbindung in den Teuto. Schaubilder zeigten zudem, dass auch nach dem Ausbau ein größerer Teil des Waldes im Erweiterungsgebiet stehen bleiben würde. Darüber hinaus habe Storck schon jetzt auf seinem Betriebsgelände mehr als 250 Bäume mit Umfang von mehr als 30 Zentimeter, informierte er: „Das zeigt, wie wir in der Vergangenheit mit Bäumen umgegangen sind.“ Insgesamt besitzt Storck 120 Hektar Wald.

Ersatz von Trinkwasser durch Brauchwasser sorgt für Einsparungen

Technischer Direktor Dr. Marc Lörcher erläuterte die Hintergründe zum Wasserbedarf und ging auch auf die Reichweite der beantragten Wasserrechte ein. Aktuell beantragt werden 175.000 Kubikmeter p.a. mehr, also total 625.000 im Jahr. Nach dem Vollausbau des Standortes könnte in einigen Jahren der Bedarf für die Produktion bei 825.000 Kubikmeter liegen. Doch zugleich könne man durch die Substituierung von Trinkwasser durch Brauchwasser bis zu 150.000 Kubikmeter einsparen. Seit diesem Jahr liefen Versuche, um gereinigtes Prozesswasser in Kälteanlagen einzusetzen. Wenn dieses Prozesswasser in Wintermonaten nicht für die Kühlung benötigt werde, könne es in den Laibach oder den Wald eingeleitet werden, um auch neues Grundwasser zu bilden (Potential 100.000 Kubikmeter).

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