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Pfingstsingen im Haller Stadtwald lebt wieder auf

Der Bürgermeister greift zur Trompete

Halle

Der Neustart darf als gelungen bezeichnet werden: Das Haller Pfingstsingen ist nach der Coronapause in neuem Format gut vom Publikum angenommen worden.

Von Malte Krammenschneider

Bürgermeister Thomas Tappe greift zur Trompete. Foto: Malte Krammenschneider

Ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto: Am Montagmorgen haben sich zahlreiche Menschen auf den Weg hinauf in den Haller Stadtwald gemacht, um unweit der Kaffeemühle in den Genuss einer ganz besonderen Veranstaltung zu kommen – dem Haller Pfingstsingen.

Mitten im Grünen

Ein Event inmitten der erblühten Natur, das auf eine lange Tradition zurückblicken kann, die coronabedingt unterbrochen, aber nun wiederbelebt wurde. Und zwar in anderer Form, was beim Publikum nicht minder gut ankam.

Olga Teske und Michael Jürgen begleiteten das Pfingstsingen musikalisch und verstanden es hervorragend, die Anwesenden mitzunehmen. Foto: Malte Krammenschneider

„Wir wollten die Veranstaltung nicht als klassisches Konzert weiterführen. Das Publikum soll ausdrücklich mitsingen“, erklärt Marlies Strieder vom Chor „mezzoforte“, die das Pfingstsingen gemeinsam mit den Vorsitzenden der anderen Haller Chöre „KlangFarben“, der Sängergemeinschaft Künsebeck sowie dem MGV Hörste auf die Beine gestellt hat. Ihnen allen ist es wichtig, die Tradition in die Zukunft zu führen, die der inzwischen aufgelöste MGV Ravensberg mit der Aufstellung eines Denkmals zu Ehren des Minnesängers Walther von der Vogelweide im Jahr 1930 begonnen hatte.

Seither wurde hier viele Jahrzehnte lang immer am Pfingstsonntag das beliebte Pfingstsingen abgehalten, dessen wunderbarer Klang stets Sangesfreudige, aber auch Wanderer anlockt, die gerade auf dem Weg durch den Teuto sind. So auch geschehen bei der jüngsten Ausgabe, an der sich zwischenzeitlich etwa 120 Personen beteiligen. Jung und Alt sind dabei, und manch einer hat auch seinen Vierbeiner mitgebracht, um zunächst einem besonderen Protagonisten des Tages zu lauschen.

Opas Lieblingslied

Denn zur Überraschung vieler Anwesender hat Bürgermeister Thomas Tappe seine Trompete mitgebracht, um ein paar Lieder zu spielen. Darunter das volkstümliche Lied „Ännchen von Tharau“, das zu den Lieblingsliedern von Tappes Großvater gehört habe.

„An seinem Geburtstag durfte dieses Lied nie fehlen. Gelegentlich spiele ich ja noch im Posaunenchor Hörste – sofern es die Zeit erlaubt“, verrät Thomas Tappe im Vorfeld, der auch erzählt, dass er schon seit 40 Jahren Trompete spielt – und das offenbar ziemlich gut, denn die Zuhörer spenden nach jedem Stück begeistert Beifall.

Einfach mal mitsingen

Ohnehin herrscht im Stadtwald eine fröhliche Stimmung, die ansteckt und auch so manchen Gesangsmuffel dazu bewegt, bei Liedern wie „Nun will der Lenz uns grüßen“, „Alle Vögel sind schon da“ oder „Im Frühtau zu Berge“ mit einzustimmen. Olga Teske, die das Pfingstsingen gemeinsam mit Michael Jürgen an der Gitarre begleitet, versucht sich zwischenzeitlich sogar immer wieder als Chorleiterin und schafft es, mit den Teilnehmern des Pfingstsingens sogar, einen Kanon zu intonieren.

Wohin man auch schaut an diesem Morgen, erblickt man strahlende Gesichter, was die Organisatoren sicher freuen dürfte und sie in ihrer Entscheidung bestätigt, die traditionsreiche Veranstaltung fortzusetzen.

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