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Drei Wochen vor Freigabe laufen noch Restarbeiten – bis der Besenwagen kommt

Die Autobahn wird herausgeputzt

Halle (WB). 14 Arbeitstage (nur) noch – dann müssen auch die letzten 7,5 Kilometer fertig sein, die die A33 vom Lückenschluss trennen. Überall wird noch gearbeitet. »Aber alle Firmen kennen den Fertigstellungstermin«, sagt Dietmar Stölting, Projektleiter in der Bauabteilung des Landesbetriebs Straßen NRW.

Annemarie Bluhm-Weinhold

Bis Mittwoch wird noch betoniert: An der Betonleitplanke werden fehlende Teile per Hand nachgearbeitet. Foto: Annemarie Bluhm-Weinhold

Er weiß indes: »Die letzten drei Wochen werden noch sehr stressig.«. Bei einer Fahrt mit dem WESTFALEN-BLATT über den noch nicht freigegebenen Teil erläutern er und sein Kollege Olaf Kindervater, Sachbearbeiter und Ansprechpartner für den Haller Abschnitt 7.1, was noch zu tun ist.

Restarbeiten sind das – und die aber an allen Ecken und Enden. Die Bandbreite reicht von der Beschilderung im sogenannten nachgeordneten Straßennetz – sprich: auf den Straßen in der Umgebung der Autobahn – über die Installation der Notrufsäulen bis zum Entfernen von Graffiti-Schmierereien. Gerade werden auch die fehlenden Teile in den Betonleitplanken komplettiert. Die Autobahnbauer erläutern: Dort, wo der Zugang zu Versorgungsschächten freigehalten werden muss, werden bewegliche Stahlteile eingesetzt, die mit den Betonelementen der Leitplanken verbunden werden. »Das ist Handarbeit«, sagt Dietmar Stölting. Denn der Rest ist maschinell mit Ortbeton gefertigt worden.

1,2 Millionen Kubikmeter Boden sind bewegt worden

36 Kilometer Betongleitwände sind es insgesamt auf dem Haller Abschnitt, der ja eigentlich 12,9 Kilometer lang ist von Künsebeck bis Borgholzhausen. Dass 5,4 Kilometer zwischen Künsebeck und der Abfahrt Halle/Werther bereits im Januar 2019 freigeben und an die Westumgehung angeschlossen wurden, ist dem hohen Verkehrsdruck geschuldet, der auf der Haller Innenstadt lastete. Doch die Straßenbauer rechnen alles auf den Gesamtabschnitt. Die Kosten zum Beispiel: 147,6 Millionen Euro für den Bau und 189,4 Millionen für Grunderwerb. 1,2 Millionen Kubikmeter Boden sind bewegt, fünf Kilometer Lärmschutzwälle, 4,45 Kilometer Lärmschutzwände und 10,3 Kilometer Wall-Wand-Kombination mit bis zu sieben Metern Höhe installiert worden. Viele Wände haben noch einen Gitterzaun aufgesetzt bekommen. »Der ist für den Schutz der Tiere. Er soll sie vom Sinkflug auf die Autobahn abhalten, wo sie mit dem Schwerlastverkehr kollidieren könnten«, so Dietmar Stölting.

Von 36 Brücken im Abschnitt sind sechs Grünbrücken

Apropos Tierschutz: Von den 36 Brücken im Abschnitt sind sechs Grünbrücken – Querungshilfe für Tiere. Sie sind ganz unterschiedlich beschaffen: »Die Grünbrücken Eschweg und Holtfelder Straße haben eine Obstbaumreihe in der Mitte und an den Rändern dornige Gehölze. Denn Steinkäuze fliegen von Baum zu Baum. Die übrigen Grünbrücken sind Überflughilfen für verschiedene Fledermausarten, die Gehölzreihen als Hecken brauchen«, erläutert Stölting.

Markierung sitzt inzwischen fast vollständig

Doch zurück auf die Fahrbahn. Die Markierung sitzt inzwischen fast vollständig – 80 Kilometer sind es im Abschnitt. Olaf Kindervater erläutert deren besondere Beschaffenheit: keine durchgehende flächige Linie, sondern kleine Halbkugeln mit reflektierenden Glaseinschlüssen. Wenn dann alle Bauarbeiter weg sind, kommt der Besenwagen. Mit Hochdruckreiniger und inklusive Müllsammeln und Reinigung der Abflüsse. »Wir wollen eine saubere Straße übergeben«, sagt Dietmar Stölting.

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