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50 Besucher erleben in der Haller St. Johanniskirche noch einmal eine musikalische Andacht mit Mitgliedern des Bach-Chores

Die letzten Stunden Jesu am Kreuz

Halle

Wegen der Corona-Gefahr hat sich die Evangelische Kirchengemeinde Halle dazu entschlossen, ab sofort die Präsenzgottesdienste erst einmal einzustellen. Damit wird die dritte Passionsvesper zu den sieben Kreuzesworten am vergangenen Samstag zum vorerst letzten Moment der musikalischen Andacht.

Eische Loose

Gesungene letzte Worte (von links): Anne und Friedemann Engelbert, Monika Hirsch, Norbert Foster, Susanne und Alexander Fillers stellen Evangelisten und Jesus in den Evangelien-Zitaten vor. Foto: Eische Loose

50 Besucher strömen zum dritten Vesper-Gottesdienst mit Mitgliedern des Bach-Chores in die St. Johanniskirche. Die vorherigen Vesperstunden hatten ähnlichen Zuspruch. Auf absehbare Zeit ist es die wohl einzige Möglichkeit, Live-Musik und gemeinsame Andacht zu begehen. Gerade in der Passionszeit vor Ostern ist Christen dieses Nachvollziehen des Leidensweges Christi wichtig. Kantor Friedemann Engelbert hat dazu mit Pastor Burkhard Steinebel die sieben Kreuzesworte Jesu zum Thema gemacht. Für ihn, weitere vier Sänger, zwei Querflötistinnen und Organistin Anne Engelbert-Riepe heißt das Heinrich Schütz. Dieser hat im 16. Jahrhundert als einer der Ersten alle sieben Worte als ganzes Werk vertont.

Frage nach Leid – körperlich und seelisch

Es steht im Mittelpunkt des besinnlichen Abends. Eingeleitet wird das Hauptwerk von Zeitgenossen wie Samuel Scheidt und Adam Gumpelzhaimer. Auch bei ihnen gehören Kreuz, Leid und vor allem die Sterbensworte der vier Evangelien zum Thema. Gemeinsam erzählen die Musiker die letzten Stunden des Heilands, die Burkhard Steinebel mit eigenen Gedanken untermalt. So fragt er nach Leid, seiner körperlichen und seelischen Form, beleuchtet das Verhältnis von Vater und Sohn, Jesus und Gott. Dazu tritt das Verständnis der Menschen füreinander und für sich selbst. Stets wird das Vorbild Jesu deutlich, sein Bezug zu Schuld, Mitgefühl, Leid, Vergebung, Glaube und Hoffnung.

Für ihre gefühlvolle Präsentation erhalten Susanne und Alexander Fillers, Martina Hirsch, Karin und Norbert Foster, Friedemann Engelbert und Anne Engelbert-Riepe sowie Angelika Brémer anhaltenden Applaus. Die Besucher verabschieden sich mit dem persönlichen Gefühl der Gemeinschaft aus der Kirche – auf jeden Fall bis nach Ostern.

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