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25-jähriger Dealer aus Halle gesteht Handel

Drogen und Elektroschocker im Auto

Halle (WB/swa). Weil er mit Drogen gehandelt haben soll, steht seit Freitag ein 25-Jähriger aus Halle vor Gericht. Ihm droht eine mehrjährige Haftstrafe.

Der angeklagte Haller hat gestanden, mit Marihuana gehandelt zu haben. Foto: Daniel Karmann/dpa

Bei mindestens elf Gelegenheiten soll der ungelernte Bauhelfer Marihuana an einen Kunden aus Dissen verkauft haben. Die Drogen will der geständige Mann von einem Dealer bei wöchentlichen Treffen auf dem Bielefelder Jahnplatz erworben haben.

Der Start der kurzen Karriere im Drogenmilieu soll im Januar 2016 gewesen sein, bis schließlich am 25. Juli 2016 in Borgholzhausen die Handschellen klickten. Zuvor kaufte der 25-Jährige das Marihuana in abgepackten Mengen von zumeist 100 Gramm für 730 Euro ein.

Wenig Gewinn, hohes Risiko

In seiner geständigen Einlassung gab er vor der II. Strafkammer am Landgericht Bielefeld an, die Substanz zu einem Preis von 800 Euro weiterverkauft zu haben. Das Gericht zeigte sich über die geringe Gewinnspanne verwundert. Auch Verteidiger Tamas Asthoff fragte seinen Mandanten, ob dieser sich nicht des Risikos im Verhältnis zum geringen Profit bewusst gewesen sei.

Zur Übergabe der Drogen trafen sich die Männer entweder im Auto eines Freundes oder in der Nähe des Berufskollegs Halle. Verhängnisvoll für den Haller kann der letzte Drogendeal in Pium werden. Erneut ließ sich der 25-Jährige von einem Freund in dessen Wagen mitnehmen. Auf der Rückbank des Mitsubishis kam es auf dem Parkplatz der Spielothek in Borgholzhausen zur Drogenübergabe. Einen Teil des Drogengeldes verspielte der Angeklagte beim Glücksspiel. Auf der Heimfahrt griffen Polizeibeamte zu.

Drogenfund im Kofferraum

Neben dem restlichen Bargeld wurden im Kofferraum weitere 100 Tütchen mit knapp 100 Gramm Marihuana sichergestellt. Strafrechtlich von Bedeutung ist der Fund der Polizisten in der Mittelkonsole des Wagens. Ein Einhandmesser sowie ein funktionstüchtiger Elektroschocker des Fahrers wurden eingezogen. Daher klagte die Staatsanwaltschaft nun einen bewaffneten unerlaubten Handel mit Betäubungsmitteln an.

Der Angeklagte, der den Drogenhandel vollumfänglich über eine Erklärung seines Anwalts einräumte, stritt jedoch ab, von den Waffen gewusst zu haben. Auch habe er keine Kenntnis über weitere Drogen im Kofferraum gehabt.

Sollte sich das Gericht den Überzeugungen der Staatsanwaltschaft anschließen und ebenfalls von einem bewaffneten Handel ausgehen, droht dem Angeklagten eine Haftstrafe von nicht unter fünf Jahren.

Die Verteidigung hofft auf eine Bewährungsstrafe. Der Prozess wird am Mittwoch, 27. September, fortgesetzt.

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