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Trauer um Walter Kleyer: Seniorchef der Mercedes-Werkstatt ist verstorben

Ein guter Name

Halle (WB). Auf Walter Kleyer konnte man sich verlassen: Ein »Geht nicht«, das gab es nicht für ihn. Das wussten seine Familie und seine Freunde, Sportkameraden und Mitarbeiter, aber auch die Kunden der Haller Mercedes-Werkstatt an der Bielefelder Straße. Mit Verlässlichkeit und Einsatz hat Walter Kleyer den Betrieb mit dem guten Namen geprägt. Jetzt ist der Seniorchef der Werkstatt mit dem Stern im Alter von 82 Jahren verstorben.

Klaudia Genuit-Thiessen

Mit der Familie und Freunden trauern die Mitarbeiter der Mercedes-Werkstatt an der Bielefelder Straße um Walter Kleyer. Ihr Seniorchef ist mit 82 Jahren verstorben. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen/privat

Schon als Schüler hat Walter Kleyer im Familienbetrieb Temme & Sohn mitgearbeitet. Der lag damals noch an der Mönchstraße. Sein Vater hatte schon von dort aus die Temme-Busse auf die Reise geschickt: Nach dem Krieg hatte er einen ausdienten britischen Militärbus gekauft und die Genehmigung für den ersten Liniendienst zwischen Halle und Bielefeld bekommen. Mit 19 Jahren saß dann sein Sohn als jüngster Busfahrer in ganz NRW hinter dem Steuer. Walter Kleyer absolvierte eine kaufmännische Lehre bei den Benteler-Werken, anschließend eine Ausbildung zum Kfz-Schlosser bei Homann in Dissen.

Mutiger Unternehmer

An der B 68 in Gartnisch entstand dann das, was man heute ein Mobilitätsunternehmen nennen könnte: Bushalle, Werkstatt, Tankstelle, in den 80er Jahren auch eine Ausstellungshalle. Als ihn sein Vater gefragt hatte, ob er den Busbetrieb oder die Werkstatt übernehmen wollte, war Walter Kleyer die Antwort nicht schwer gefallen. Er wollte den Mercedes-Benz-Fahrern im Altkreis den Service mit dem Stern bieten, nicht nur für Pkw, sondern auch für Lkw-Transporter und Nutzfahrzeuge. Anderthalb Jahre hat er dafür noch jeden Abend die Meisterschule besucht.

1960 eröffnete die Walter Kleyer GmbH & Co. KG. Das Unternehmen wuchs und wurde immer wieder erweitert und am Standort umgebaut. Walter Kleyer, der noch bis 1973 morgens und abends bei Bustouren selbst hinterm Steuer saß, investierte sehr viel. Ein unternehmerischer Mut gepaart mit Verantwortungsgefühl. Er besorgte auch kurzfristig Ersatzteile und schraubte noch lange nach Feierabend. Das zahlte sich aus: Die Kundschaft fühlte sich gut aufgehoben im Betrieb Kleyer, wo Ehefrau Christa viele Jahre die Büroarbeit übernahm. Und wo Sohn Walter als Kfz-Meister und Betriebswirt des Kfz-Handwerks 1986 ins Unternehmen einstieg.

Freude am Abenteuer und Golf

Die Reiselust und auch eine Freude am Abenteuer lagen Walter Kleyer im Blut. Beruflich und privat hat der Vater von zwei Söhnen und zweifache Großvater viel von der Welt gesehen. Farbfotos in den Geschäftsräumen an der Bielefelder Straße erinnern an seine Leidenschaft fürs »Big-Game-Fishing«: Bilder, die ihn mit beeindruckend großem Blauen Marlin oder Mako-Hai zeigen. Über viele Jahre hinweg hat er den extrem anstrengenden Männersport betrieben. Als der Golfplatz in Eggeberg entstand, entdeckte er den Spaß am Golfsport.

Bis vor sechs Wochen hat Walter Kleyer noch an fast jedem Arbeitstag im 25-Mann-Betrieb mit angepackt. Schließlich hat ihn eine bösartige Krebserkrankung aus dem Leben gerissen. Er hinterlässt seine Frau Christa sowie die Söhne Walter und Holger und ihre Familien.

Die Trauerfeier findet am Mittwoch, 30. Oktober, um 12 Uhr in der Friedhofskapelle Halle statt.

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